Laut SPÖ-Delegationsleiter im EU-Parlament, Andreas Schieder, ist die SPÖ auch unter dem Vorsitz von Andreas Babler eine "klar proeuropäische Partei".
Dass Babler 2020 in einem Video scharfe Kritik an der EU geübt hatte, müsse im Zusammenhang mit der EU-Politik in Migrations- und Flüchtlingsfragen gesehen werden, zu der sich der nunmehrige SPÖ-Chef damals geäußert habe. Zudem habe Babler gewisse Aussagen bereits relativiert.
Schieder: SPÖ ist auch unter Babler "proeuropäische Partei"
In der Migrationspolitik gebe es angesichts von "Massensterben" im Mittelmeer oder Pushbacks an den EU-Außengrenzen durchaus Bereiche, "wo Europa versagt", argumentierte Schieder. Er räumte aber auch ein, dass Babler zum Teil wohl "überspitzt" formuliert habe.
Babler habe 1994 gegen den EU-Beitritt Österreichs gestimmt
Auch wenn der
aktuelle SPÖ-Vorsitzende 1994 nach eigenen Angaben gegen einen Beitritt
Österreichs zu Europäischen Union gestimmt habe, sei eines klar: "Ohne
SPÖ wäre Österreich nicht in der EU". Der 1995 erfolgte Beitritt sei
nicht zuletzt ein Verdienst des damaligen sozialdemokratischen
Bundeskanzlers Franz Vranitzky gewesen. Man müsse Europa nun dafür
nützen, "brennende soziale Fragen zu lösen", so Schieder. Daher sei es
"richtig in der EU zu sein".
Video mit Babler-Kritik an Europäischer Union aufgetaucht
Wenige Tage vor der Kampfabstimmung
um den SPÖ-Vorsitz war Ende Mai ein Video aufgetaucht, in dem der
Traiskirchener Bürgermeister Andreas Babler scharfe Kritik an der
Europäischen Union geübt hatte. In dem aus dem Jahr 2020 stammenden
Mitschnitt nannte er die EU etwa das "aggressivste außenpolitische
militärische Bündnis, das es je gegeben hat". Die Union sei in der
Doktrin "schlimmer als die NATO".
SPÖ-Abgeordnete fehlten im Parlament bei Selenskyj-Rede
Dass zahlreiche SPÖ-Abgeordnete im Wiener
Parlament fehlten, als der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am
20. März eine virtuelle Rede hielt, kritisierte Schieder in der "ZiB
2". Er habe sich dafür geschämt, räumte der EU-Abgeordnete ein.
Angesichts des russischen Angriffs müsse man hinter der Ukraine stehen.
Bei ähnlichen Auftritten Selenskyjs im EU-Parlament seien jedenfalls
alle SPÖ-Abgeordneten anwesend gewesen.