Kommendes Jahr könnten die Politikerbezüge um 9,7 Prozent steigen. Die Erhöhung wäre ein neuer Rekord.
Das entspricht dem voraussichtlichen Anpassungsfaktor der Pensionen. Eine solche Erhöhung wäre ein neuer Rekord. Dennoch hat die Gehaltspyramide für Politikerinnen und Politiker seit ihrer Einführung vor über 25 Jahren massiv an Wert verloren - wegen mehrerer Nulllohnrunden und Anpassungen unter der Inflationsrate.
Politikergehälter in Österreich könnten um 9,7 Prozent steigen
Basis der Gehaltspyramide ist der Bezug der Nationalratsabgeordneten mit aktuell 9.873 Euro monatlich. Ausgehend davon, werden die maximalen Bezüge der anderen Amtsträger in Bund und Ländern errechnet. Zumindest theoretisch, denn in der Praxis weichen die Spitzenverdiener auf Bundesebene von den Staatssekretären aufwärts von dieser Systematik ab. Sie müssen seit 2019 Abschläge hinnehmen.
Nationalratsabgeordnete würden 10.830 Euro monatlich verdienen
Mit der Valorisierung um
9,7 Prozent würden Nationalratsabgeordnete nächstes Jahr 10.830 Euro
monatlich verdienen. Für den Bundespräsidenten gäbe es 29.291 Euro pro
Monat (statt 26.701), der Bundeskanzler käme auf 26.152 (statt 23.840),
sein Vizekanzler auf 23.014 (statt 29.979) und die Ministerinnen und
Minister auf 20.922 Euro brutto (statt 19.072). Die Landeshauptleute
hätten Anspruch auf maximal 21.660 (statt 19.745) Euro.
Politikereinkommen sollen mit Anpassungsfaktor mitwachsen
Laut
Bezügebegrenzungsgesetz sollen die Politikereinkommen entweder mit dem
Anpassungsfaktor für die Pensionen oder mit der Inflation von Juli des
Vorjahres bis Juni des laufenden Jahres mitwachsen - je nachdem, welcher
der beiden Werte niedriger ist. Heuer wäre das die Pensionsanpassung
(9,7 Prozent). Der Anpassungsfaktor ist aber noch nicht fix. Er basiert
auf vorläufigen Inflationsdaten, die sich bis zur offiziellen
Verlautbarung im Dezember noch ändern können.
Valorisierung 2024 wäre ein neuer Rekord
Angesichts der
historisch hohen Inflation wäre die Valorisierung 2024 ein neuer Rekord.
Annähernd vergleichbare Größenordnungen hat es seit der Einführung der
Gehaltspyramide für Politiker nur heuer mit 5,3 Prozent gegeben.
Abgesehen davon gönnte sich die Politik nur ein einziges Mal eine
Gehaltserhöhung über zwei Prozent (2006 mit 2,3 Prozent). Viel waren
Nulllohnrunden (2009 bis 2012 und 2018).
Gehaltspyramide habe seit 1997 deutlich an Wert verloren
Damit hat die
Gehaltspyramide seit 1997 deutlich an Wert verloren. Ursprünglich
erhielt ein Nationalratsabgeordneter 100.000 Schilling (7.267 Euro).
Wäre dieser Betrag laufend an die Inflation angepasst worden, müssten
die Abgeordneten heute 12.100 Euro monatlich erhalten. Tatsächlich sind
es aber 9.873 Euro. Wollte man diesen Wertverlust ausgleichen, müssten
die Politikerbezüge theoretisch also um mehr als ein Fünftel steigen.