Franz Rudorfer, der Bankenvertreter in der Wirtschaftskammer, weist die Kritik einer mangelnden Bargeldversogung im ländlichen Raum zurück.
"Österreich hat ein ganz besonders dichtes Bankomatennetz", weshalb ein sehr einfacher Zugang zum eigenen Bargeld möglich sei, so der Geschäftsführer der Bundessparte Bank und Versicherung der WKÖ am Freitag im "Ö1"-Mittagsjournal. Kritik an den Banken wegen Filialschließungen und dem Abbau von Bankomaten kam indes auch vom Seniorenbund.
Im internationalen Vergleich sei die Bargeldversorgung in Österreich mit 97 Bankomaten auf 100.000 Einwohner sehr gut, in Deutschland gebe es etwa nur 66 Geldautomaten auf 100.000 Einwohner, in Italien 77 und in Frankreich 75, so Rudorfer. Zudem gebe es seit einigen Jahren eine zunehmende Anzahl von sogenannten Cash-back-Möglichkeiten, also dass in Geschäften Geld behoben werden kann. Die deutlich gestiegenen Kosten zum Betreiben eines Bankomaten begründete der Bankenvertreter mit den gestiegenen Kosten für Energie, Sicherheit sowie den höheren Zinsen.
Die
SPÖ hatte am Donnerstag kritisiert, dass es in vielen Gemeinden keine
Möglichkeit mehr gebe, Geld zu beheben. Banken müssten mit einem eigenen
"Bargeldversorgungsgesetz" in die Pflicht genommen werden, damit sie
ihrem Versorgungsauftrag nachkommen, so die Forderung der SPÖ.
Für
eine Sicherstellung der Bargeldversorgung plädierte am Freitag einmal
mehr auch Seniorenbund-Präsidentin Ingrid Korosec. "Die Größe einer
Gemeinde darf nicht darüber entscheiden, ob Bargeld verfügbar ist oder
nicht. Das wäre besonders für ältere Menschen ein empfindlicher
Einschnitt in ihre Selbstbestimmung", warnte sie in einer Aussendung.
Durch Filialschließungen und den Abbau von Bankomaten würden besonders
ältere Menschen im ländlichen Raum "vor die Wahl gestellt:
Gezwungenermaßen auf Online-Banking umsteigen oder das Geld unterm
Kopfpolster horten", kritisierte Korosec.