Der Klimawandel und die dadurch veränderte Witterung macht Niederösterreichs Erdäpfelbauern zu schaffen. Diese warnen vor einem Engpass in den Supermärkten.
Das Sortiment werde bereits jetzt mit ausländischer Ware ergänzt, heißt es in einer Aussendung der Landwirtschaftskammer Niederösterreich. Das Weinviertel und das Waldviertel sind die Hauptanbaugebiete für Speiseerdäpfel in Österreich. In diesen Regionen gibt es zu wenig Niederschläge.
Die heimische Erdäpfel-Anbaufläche sei heuer bereits zum dritten Mal in Folge zurückgegangen, so die Kammer. Seit 2020 habe sich die Anbaufläche in Österreich von 24.251 Hektar auf 20.529 Hektar im Jahr 2023 verringert. Hauptproblem seien die Verschiebung der Vegetationsperioden sowie lange Trocken- und Hitzeperioden bei gleichzeitig fehlender Bewässerungsinfrastruktur.
Im Raum
Hollabrunn, Mistelbach und Korneuburg müssten dringend Möglichkeiten für
die Bewässerung geschaffen werden, forderte Landwirtschaftskammer
NÖ-Vizepräsident Lorenz Mayr. Ein weiterer Grund sei der Wegfall
beziehungsweise die Einschränkung von Schädlingsbekämpfern. Viele
Erdäpfel würden dem Drahtwurm zum Opfer fallen und müssten schließlich
entsorgt werden.
Das heurige Erntejahr sei geprägt von kalter
Witterung im Frühjahr und der darauffolgenden Hitze. "Dies hat die neue
Ernte stark verzögert, der Markt war leergeräumt und konnte in den
letzten Wochen nur knapp versorgt werden", so die Landwirtschaftskammer.
Durch die anhaltende Hitze und Trockenheit gebe es aktuell keine
Zuwächse. Zudem sei die Ernte aufgrund des harten Bodens nicht möglich.