Vor der Einführung einer Grenze von 5.000 Euro für Bargeldzahlungen, wie dies von der EU geplant und von der ÖVP unterstützt werde, warnt die FPÖ.
Als Quelle für diese Vermutung nennen die Freiheitlichen Gespräche mit dem ÖVP-EU-Abgeordnete Othmar Karas, wonach Bundeskanzler Karl Nehammer und Finanzminister Magnus Brunner (beide ÖVP) in der EU bereits grünes Licht für die Obergrenze gegeben hätten.
FPÖ warnt vor Einführung von 5.000 Euro-Bargeldgrenze
Ob Barzahlungen in dieser Höhe überhaupt alltäglich seien, ist bei der ablehnenden Haltung der Freiheitlichen egal, so FPÖ-Verfassungssprecherin Susanne Fürst. Es gehe schlicht um die Möglichkeit, es tun zu können. Dass die Möglichkeit der Bezahlung hoher Summen mit Bargeld seit langem von Korruptionsbekämpfern kritisiert werde, ließen Fürst und Konsumentenschutzsprecher Peter Wurm nicht gelten. Die Kriminellen würden immer Möglichkeiten der Geldwäsche finden, meinten beide heute vor Journalisten.
Einschränkung von Bargeld führe zu gläsernem Konsumenten
Eine Einschränkung
der Bargeldverwendung würde zu einem gläsernen Konsumenten führen,
warnte Wurm. Er räumte aber ein, dass sich Bankkunden bei größeren
Bargeldmengen ohnehin schon jetzt ausweisen müssen. Vor dem Argument
"wer nichts zu verbergen hat, braucht auch nichts zu befürchten", warnte
wiederum Fürst. Auf die Versprechen der EU auf Datenschutz zu achten,
gebe sie "keinen Schilling", betonte die FPÖ-Verfassungssprecherin.
Fürst und Wurm wiederholten ihre Forderung nach der Verankerung des
Bargeldes in der Verfassung.
Im Chat von "FPÖ TV" war jedenfalls
die Meinung klar: "Ich will meinen Enkelkindern ein Geld zum Zeugnis
geben können", meinte eine Teilnehmerin. Andere Chatteilnehmer hielten
fest: "Wenn Bargeld bleibt dann aber als Schilling", "Corona war der
Wegbereiter zur Bargeld Abschaffung", oder "Steuern abschaffen, dann
gibts auch keine Steuerhinterziehung mehr. Problem gelöst".
FPÖ-Bestrebungen von einheitlicher Obergrenze für Bargeld
Hintergrund
der heutigen Pressekonferenz der FPÖ sind Bestrebungen der EU für eine
einheitliche Obergrenze für Bargeldzahlungen von 10.000 Euro. In beinahe
der Hälfte der EU-Staaten gibt es bereits Maximalbeträge für
Barzahlungen. Ein weiterer Dorn im Auge der FPÖ ist ein
Gesetzesvorschlag der EU-Kommission für einen digitalen Euro, der einen
Ergänzung zum Bargeld sein soll. Ob die Europäische Zentralbank (EZB)
die Digitalversion einführt ist offen. Mit dem Digitalgeld soll eine
Alternative zum Bargeld und gleichzeitig zu großen US-amerikanischen
Payment- und Kreditkarten-Anbietern geschaffen werden. In China gibt es
den digitalen Yuan bereits seit rund einem Jahr.
Digitaler Euro soll Bargeld nicht ersetzen
Der digitale Euro
soll Bargeld nicht ersetzen und ähnlich wie etwa Zahlungssysteme Paypal
benutzt werden können. Im Unterschied dazu braucht man dazu aber keine
Bank zur Abwicklung. Der digitale Euro wird direkt von der Zentralbank
ausgegeben und ist daher sicherer als Geld auf dem Konto. Bürger und
Unternehmen sollen ihn kostenfrei sowohl für Online- als auch für
Offline-Zahlungen nutzen können - also auch wenn keine
Internetverbindung besteht, wie etwa in entlegenen Gebieten oder
Tiefgaragen. Nach bisherigen Angaben der EZB könnte ein digitaler Euro
frühestens 2026 kommen.