Zur Übernahme des Vorsitzes der Landeshauptleutekonferenz von seinem burgenländischen Amtskollegen Hans Peter Doskozil kommt Kärntens LH Peter Kaiser am Montag zu einem Medientermin ins Burgenland.
Bereits seit Monatsbeginn hat Kärntens LH Peter Kaiser (SPÖ) den Vorsitz der Landeshauptleutekonferenz übernommen. Nun erfolgt am Montag die offizielle Staffelübergabe durch seinen burgenländischen Amtskollegen Hans Peter Doskozil (SPÖ) auf Burg Schlaining im Südburgenland.
Kaiser machte bereits deutlich, dass die Länder vehement gegen eine Verlängerung bzw. Fortschreibung des derzeitigen Finanzausgleichs sind. Auch warnte er vor einer Finanzierungslücke bei den maßgeblichen Aufgaben der Länder. In der ZiB2 des ORF bekräftigte er das am Sonntagabend: Der vertikale Verteilungsschlüssel (68 zu 20 zu 12 zwischen Bund, Ländern und Gemeinden) sollte parallel zu den Aufgabengebieten der Länder geändert werden, wo besondere Belastungen existierten, konkret bei Gesundheit, Sozialem, Pflege und Elementarpädagogik. Die Länder wollen hier künftig 25, die Gemeinden gut 15 Prozent vom Kuchen.
Als problematisch wertete Kaiser, dass durch Maßnahmen des Bundes, etwa Steuersenkungen, die zu verteilende Finanzmasse geringer geworden sei. Die vom Bund angebotenen 10 Mrd. Euro auf fünf Jahre wies Kaiser zurück, hätten die Berechnungen doch gezeigt, dass davon nur 473 Mio. Euro pro Jahr für Länder und Gemeinden übrigbleiben.
Zu Reformpotenzial befragt, argumentierte Kaiser
ganz im Sinne der Länder. So kann er sich vorstellen, Aufgaben
abzugeben: Etwa bei der Elementarpädagogik, wo nach den Vorstellungen
des Kärntner Landeshauptmanns die Grundfinanzierung Bundessache werden
könnte. Dass die Länder Steuern selbst einheben können sollen, lehnte er
ab. Ein solcher Wettbewerb führe zu Dumpingsteueraktionen,
argumentierte er.
Da per Juli auch der Vorsitz in der Länderkammer nach Kärnten wechselte, nehmen am Medientermin am Montag auch die neue Bundesratspräsidentin Claudia Arpa und ihr Vorgänger in dieser Funktion, Günter Kovacs (beide SPÖ), sowie weitere Mitglieder des Bundesrats und der Landesregierung teil.