In der Gemeinde Lassing im obersteirischen Bezirk Liezen wird 25 Jahre nach dem schlimmsten Grubenunglück in Österreich seit 1945 - der Bergwerkskatastrophe von Lassing mit zehn Toten - nur privat der Opfer gedacht.
"Es zählt für uns zur jüngeren Geschichte, wenn ich so sagen kann, es ist ja mittlerweile eine Generation her", sagte Bürgermeister Engelbert Schaunitzer (ÖVP) im Gespräch mit der APA. In der Gemeinde mit den über das Hochtal verstreuten Ortsteilen blicke man nach vorne.
Gedacht wird der Verschütteten in einer Betstunde an der Binge, organisiert von den Angehörigen selbst. Nicht mehr alle Familien wohnen im Ort. Besonders der einzige Überlebende, Georg Hainzl, lebt zurückgezogen. "Wir im Ort wissen ja, was passiert ist, wir fahren ja täglich vorbei an der Gedenkstätte an der früheren Binge."
Einen
offiziellen Gedenktermin gibt es somit nicht. Auch am
Veranstaltungskalender der rund 1.700-Einwohner-Gemeinde lässt sich dies
ablesen. Am Sonntag vor dem Jahrestag veranstaltet der Pfarrgemeinderat
das Jakobsfest im Pfarrhof im Zentrum, am Freitag danach beginnt die "Lassinger Sommergaudi" bis 23. Juli, an welchem ein Tag der Einsatzorganisationen mit Vorführungen am Sportplatz stattfindet.
Die einzige nach dem Unglück in Lassing aktiv gebliebene Einheit aus Talkum-Bergwerk und Verarbeitung, das Mahlwerk und das Labor, floriert laut Bürgermeister Schaunitzer. Eigentümer Eurominerals investiere laufend, seit 2018 habe sich die Beschäftigtenzahl von rund 20 auf etwa 30 erhöht. Das Talkum kommt aus anderen Standorten, genutzt wird hier die Expertise der Mitarbeiter. Für Schaunitzer ist das idyllisch gelegene Lassing eine Zuzugsgemeinde - "wir haben zwar immer mehr Haushalte, aber leider auch immer weniger Haushaltsangehörige, aber das ja überall so." Ein wichtiger Infrastrukturbetrieb, der Nahversorger im Ortszentrum musste zwar nach sieben Jahren heuer schließen, weil die Betreiberin aufhörte. Aber man sei zuversichtlich, mit Ende September wieder als Dorfcafé mit Einkaufsmöglichkeit aufsperren zu können. Diesbezüglich sei man in Gesprächen mit dem Land Steiermark.