Am Montagnachmittag sind in Oberösterreich zwei Kleinkinder in heißen Autos eingeschlossen worden.
Ein 14 Monate alter Bub musste ins Spital gebracht werden, er war bereits im Auto angeschnallt und die Tür geschlossen, als sich der Pkw von selbst zusperrte. Der Schlüssel war im Wagen, berichtete der ORF Oberösterreich am Dienstag. Ein ÖAMTC-Mitarbeiter öffnete das Fahrzeug.
Auch ein elf Monate altes Baby saß im heißen Pkw, nachdem sich die Tür zugesperrt hatte. Hier half die Feuerwehr und stieg in die Wohnung ein, wo der Zweitschlüssel für das Auto war - der Wohnungsschlüssel befand sich ebenfalls im Wagen.
Die Mobilitätsklubs ÖAMTC und ARBÖ warnen
davor, bei der Hitze Kinder oder Tiere im Auto zu lassen. "In der Sonne
geparkte Fahrzeuge heizen sich innerhalb kurzer Zeit stark auf und
können für zurückgelassene Babys oder Tiere, die sich nicht selbst
helfen können, zur gefährlichen Falle werden", erklärte
ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger. Saunaähnliche
Innentemperaturen können für den Kreislauf von Mensch und Tier selbst
nach kurzer Wartezeit belastend sein. Bei einer Außentemperatur von 24
Grad Celsius steigt die Innentemperatur des Fahrzeugs bereits nach einer
halben Stunde auf über 40 Grad Celsius an. Bei den derzeit
vorherrschenden Temperaturen von bis zu 36 Grad sind es im Auto nach 30
Minuten schon 48 Grad Celsius, hieß es in einer Presseaussendung des
ARBÖ.
Bemerkt man in einem eindeutig überhitzten Auto ein
eingeschlossenes Baby oder Tier, sollte man versuchen, den Wagenlenker
oder die Wagenlenkerin ausfindig zu machen, andernfalls die Polizei
verständigen. Rechtlich ist in einem solchem Fall jeder verpflichtet,
einzugreifen. "Wenn man bei warmen Temperaturen ein Auto entdeckt, in
dem sich ein unbeaufsichtigtes Kind befindet, sollte in jedem Fall
überprüft werden, ob es dem Kind gut geht und ob es auf einen reagiert.
Ist das nicht der Fall, muss unverzüglich Hilfe geleistet werden",
erklärte Johann Kopinits aus der ARBÖ-Rechtsabteilung. Ist es notwendig
die Fensterscheibe einzuschlagen, etwa, weil sich der Zustand des
eingeschlossenen Kindes oder Tieres gravierend verschlechtert, sollte
man unbedingt die Situation mit Fotos und Videos dokumentieren, um nicht
später mit dem Vorwurf der vorsätzlichen Sachbeschädigung konfrontiert
zu werden.
Sperrt sich ein Kleinkind irrtümlich mit dem
Fahrzeugschlüssel ein, kann man sich an die Nothilfe-Nummer 120 wenden,
solche Einsätze werden priorisiert behandelt, rät Seidenberger. Auch
elektronische Geräte wie Smartphones und Co, Einkäufe und vor allem
Medikamente sollten vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt und nicht
im heißen Auto gelagert werden.
Gegen die Hitze im Pkw hilft ein schattiger Parkplatz, gegen brennheiße Sitzflächen bzw. Kindersitze das Abdecken mit hellen Handtüchern oder Decken. Auch Hitzeschutzfolien über der Frontscheibe funktionieren gut, das effektivste und schnellste Mittel zur unmittelbaren Wärmebekämpfung bleibt aber die Klimaanlage, so die ÖAMTC-Expertin. Auf ein unnötiges längeres Laufenlassen des Verbrennungsmotors im Stand sollte man aber verzichten.