Die Haushaltseinkommen halten mit der Inflation nicht mit, so das Ergebnis einer Umfrage des Vergleichsportals durchblicker.
Drei Viertel der Haushalte geben an, dass ihr Haushaltseinkommen gesunken ist oder erfolgte Einkommenserhöhungen ihre teuerungsbedingten Mehrausgaben im ersten Halbjahr nicht ausgeglichen haben. Das zeigt eine Befragung von 1.200 Haushalten im Mai/Juni durch das Vergleichsportal durchblicker.
Fixkosten für Haushalte durch Inflation stark erhöht
Knapp sechs von zehn Haushalte spüren eine massive Mehrbelastung: 58 Prozent sagen laut Umfrage, dass sich ihre Fixkosten seit Jahresbeginn stark bis sehr stark erhöht hätten. 34 Prozent müssen zur Deckung ihrer Lebenserhaltungskosten auf einen Notgroschen zurückgreifen. 17 Prozent überziehen ihr Konto oder überbrücken die Mehrkosten durch Kredite.
Entspannung bei Energie- und Treibstoffkosten lässt Pessimismus sinken
"Aufgrund der hohen Inflation sind die
österreichischen Haushalte in Hinblick auf die weitere Entwicklung ihrer
persönlichen finanziellen Lage weiterhin pessimistisch", so Martin
Spona von durchblicker in einer Mitteilung. Der Pessimismus sei aber
nicht mehr ganz so stark ausgeprägt wie zuletzt. "Die stark gestiegenen
Mieten und Lebensmittelkosten machen immer mehr Haushalten Sorgen. Bei
Energie- und Treibstoffkosten hat sich ihre Situation etwas entspannt."
Blickten vor neun Monaten nur 34 Prozent der Haushalte positiv in die Zukunft, sind es jetzt wieder 40 Prozent. Sechs von zehn Haushalte sind dagegen nach wie vor sorgenvoll. Für knapp zwei Drittel bietet die Fixkostenoptimierung noch viel Luft nach oben. Spona empfiehlt im Sinne von Einsparungen, dass Haushalte genau prüfen sollen, wie viel sie jetzt bei ihrem Strom- und Gasanbieter bezahlen. "Die Preisunterschiede und damit auch das Einsparpotenzial sind derzeit beträchtlich."
Inflation trifft Haushalte im Burgenland am breitesten
Österreichweit
sind vor allem Personen in Karenz sowie Arbeitssuchende (94 bzw. 92
Prozent) und Alleinerziehende (82 Prozent) am stärksten von den
Rückgängen der Realeinkommen betroffen, so durchblicker. Dahinter folgt
die Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen (77 Prozent). In Relation etwas
besser gehe es Vertragsbediensteten und Angestellten,
Zwei-Personen-Haushalten ohne Kinder und generell den 30 bis
39-Jährigen.
Im Bundesländervergleich traf der Kaufkraftverlust die Menschen im Burgenland am breitesten. Dort gaben mehr als 92 Prozent an, dass sich ihr Haushaltseinkommen reduziert oder die Erhöhung des Haushaltseinkommens die inflationsbedingten Mehrausgaben nicht ausgeglichen hat. In Salzburg trifft das auf 80 Prozent der Haushalte zu, in Oberösterreich auf 78 Prozent. Am besten schneiden Vorarlberg und Kärnten ab. Aber selbst ganz im Westen und Süden geben zwei Drittel der Haushalte an, dass ihre Einkommensentwicklung nicht mit der Inflation mithalte.
Haushalte spüren Inflation bei Nahrungsmiteln und Mieten am Stärksten
Besonders gespürt haben die Haushalte die
Teuerung im Alltag bei Nahrungsmitteln (72 Prozent), Restaurants und
Bars (58 Prozent) und Reisen (45 Prozent). Treibstoff, der im
vergangenen Sommer noch Fixkostentreiber Nummer 1 war, wurde im ersten
Halbjahr von Heizkosten (46 Prozent) und Strom (45 Prozent) abgelöst.
Stark getroffen haben die Haushalte im ersten Halbjahr aber vor allem auch die Mieterhöhungen. Gespart wird weiter vor allem bei Gastronomie (74 Prozent), Bekleidung (69 Prozent) und Reisen (57 Prozent).