Am Freitag hat Energieministerin Leonore Gewessler (Grüne) den "Integrierten Netzinfrastrukturplan" präsentiert.
Dieser Plan soll als Richtschnur für den Ausbau der österreichischen Netzinfrastruktur bis 2030 dienen und damit den Weg hin zu einem klimaneutralen Energiesystem darlegen, so Gewessler bei einem Pressegespräch am Freitag. Stellungnahmen zum Entwurf sind bis 1. September möglich.
Der Netzinfrastrukturplan zeigt erstmals im Detail, wo die Strom- und Gasnetze ausgebaut werden müssen. Die fossilen Gasnetze sollen dabei künftig zu einem klimaneutralen Wasserstoffnetz umgebaut werden. Die Umsetzung liegt wie bisher bei den regionalen Netzbetreibern.
Die
Energieexpertinnen und -experten sind sich einig: Ohne geeignete Netze
wird die Energiewende nicht gelingen. Derzeit geht überschüssiger Strom
aus Erneuerbaren in Produktionsspitzenzeiten teilweise verloren. Der
Grund: Die Netzinfrastruktur fehlt oder ist zu schwach, um den Strom zu
verteilen. So gingen im Mai etwa 18.320 MWh an potenzieller
Speicherkapazität durch zu schwache Netze verloren, wie die Austrian
Power Grid (APG) kürzlich berichtete.
Die Stromübertragungsnetze
müssten stark ausgebaut werden und der Osten mit dem Westen des Landes
besser miteinander verbunden werden, sagte Thomas Kienberger von der
Montanuniversität Leoben, der das dem Netzinfrastrukturplan zugrunde
liegende Modell mitentwickelt hat. Zudem müsse die bestehende
Gasnetzinfrastruktur für den Betrieb mit erneuerbaren Gasen umgebaut
werden. Konkret brauche es Wasserstoffkorridore für die Versorgung der
Industrie und zur Stromnetzstabiliät sowie regionale Gasnetze für die
Sammlung von Biogas.
Die gesetzliche Grundlage für den Netzinfrastrukturplan liegt im Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz. Darin ist auch das Ziel Österreichs verankert, bis 2040 klimaneutral zu werden. Der Plan wurde in den vergangenen Monaten gemeinsam mit unterschiedlichen Expertinnen und Experten ausgearbeitet, darunter das Umweltbundesamt, die Österreichische Energieagentur und die Montanuniversität Leoben.