Am Mittwoch beschließt die Regierung im Ministerrat strengere Speicherverpflichtungen für Gas.
Für geschützte Kunden müssen künftig größere Gasmengen in Österreich vorsorglich gespeichert werden. Zudem müssen auch Betreiber von Gaskraftwerken zur Stromproduktion in Zukunft einen Sicherheitspolster vorhalten, so Infrastrukturministerin Leonore Gewessler (Grüne) am Mittwoch vor dem Ministerrat.
Konkret müssen nach den Plänen der Regierung künftig Reserven für 45 Tage angelegt werden, so die Ministerin. Nur wenn nachgewiesen wird, dass das Gas nicht aus russischen Quellen stammt, sinkt die verpflichtung wie bisher auf 30 Tage, sagte Gewessler. Darüber hinaus wird die Einspeicherung der staatlichen strategischen Gasreserve bis 2026 verlängert. Laut einem Medienpapier zu dem Vorschlag sollen Gaskunden zudem weitreichendere Rechte gegenüber ihrem Versorger bekommen; welche genau, wurde nicht ausgeführt.
Mit dieser Maßnahme setze die Bundesregierung konkrete Vorschläge aus dem Expertenpapier von Gerhard Roiss und Walter Boltz um, wurde betont. Auch sie hätten zur Sicherung der Versorgung eine erhöhte Speicherverpflichtung vorgesehen.
Bereits im vergangenen
Jahr habe die Bundesregierung umfangreiche Maßnahmen zur Einspeicherung
von Erdgas in Österreich und auch zur Diversifizierung der Gasversorgung
gesetzt, hieß es. Mit der vom Ministerrat vorgesehenen Novelle folgten
nun die nächsten Schritte. Für die Beschlussfassung im Parlament solle
rasch ein Initiativantrag eingebracht werden - dort ist eine
Zwei-Drittel-Mehrheit erforderlich.
"Der letzte Winter hat uns
eines gelehrt. Unsere Versorgung ist nur sicher, wenn wir die Vorsorge
selbst in die Hand nehmen", begründete Gewessler die geplante
Neuregelung.