Laut Landesobfrau Johanna Mikl-Leitner will die ÖVP Niederösterreich "mehr Kante zeigen gegenüber Idealisten und Träumern" und gegen mehr Kontrolle und Regulative auftreten.
Niederösterreich soll "Vorbildland mit Hausverstand" und "Spitzenreiter in Europa" werden, sagte die Landeshauptfrau am Mittwoch vor Journalisten. Die seit rund 100 Tagen bestehende Zusammenarbeit mit der FPÖ in der Landesregierung verlaufe "reibungslos" und "konstruktiv".
Laut Mikl-Leitner will ÖVP NÖ "mehr Kante zeigen"
"Wir haben mit der Freiheitlichen
Partei einiges weitergebracht, aber sind uns selbstverständlich
bewusst, dass das Augenmerk ganz genau auf uns gelegt wird", sagte Mikl-Leitner.
Es werde immer wieder "mit zweierlei Maß gemessen", kritisierte sie
etwa mit Blick auf eine geplante Wirtshausprämie nach dem Vorbild
Tirols. "Mein Verständnis endet dort, wo es um Forderungen wie die
Änderung der Landeshymne geht", hielt sie fest. Diese sei ein "Ausdruck
der Verbundenheit mit dem Bundesland Niederösterreich": "Die Landeshymne
bleibt so wie sie ist und wird sicherlich nicht umgetextet."
Projekte der ÖVP Niederösterreich
Neben beschlossenen Projekten wie Corona-Fonds und Pflege- und Betreuungsscheck kündigte Mikl-Leitner
eine Neuaufstellung der Wohnbauförderung an, die im Herbst präsentiert
werden soll. Die im Arbeitsübereinkommen vereinbarte Forcierung von
Deutsch als Pausensprache soll "Motivation" sein und Basis, dass niemand
ausgegrenzt werde - "zum Wohle der Kinder", meinte Mikl-Leitner.
Es handle sich um einen "Vorschlag für Brennpunktschulen, dass in der
Pause Deutsch gesprochen werden soll". Jede Einrichtung entscheide
darüber im Schulgemeinschaftsausschuss.
Zusammenarbeit mit SPNÖ-Chef Sven Hergovich
Die Zusammenarbeit mit Landesrat und SPNÖ-Chef Sven Hergovich bezeichnete Mikl-Leitner
auf Nachfrage als "äußerst schwierig". Mit Landesrätin Ulrike
Königsberger-Ludwig (SPÖ) gebe es wie in der abgelaufenen
Legislaturperiode eine "konstruktive" Kooperation. Hergovich, der als
"Kontroll-Landesrat" in der Proporz-Landesregierung agieren will,
erklärte daraufhin in einer Aussendung: "Macht braucht Kontrolle - und
Kontrolle ist für die schwarz-blaue Koalition natürlich schwierig."
"Inhaltliche Neuaufstellung" der ÖVP Niederösterreich
Eine "inhaltliche Neuaufstellung" der ÖVP
Niederösterreich war bei einer Funktionärskonferenz mit rund 400
Teilnehmern am Dienstag in St. Pölten Thema. Man habe in den vergangenen
Jahren - Stichwort "Miteinander" - "bewusst die Auseinandersetzung
vermieden", sagte Mikl-Leitner. Der Weg sei über Jahre erfolgreich gewesen, die Situation habe sich aber nun "massiv geändert".
Debatten würden von jenen geführt, "die einfach laut sind"
Debatten würden immer mehr von jenen geführt, "die einfach laut sind". "Wir wollen, dass die schweigende Mehrheit mehr wahrgenommen wird", betonte Mikl-Leitner:
"Wir treten für jene ein, die an die Medizinerinnen und Mediziner
glauben und nicht, dass ein Pferdeentwurmungsmittel Abhilfe schaffen
kann." Die ÖVP Niederösterreich wolle eine "Politik der Vernünftigen und Realisten machen".