Am Mittwoch wurde ein 38-Jähriger, der in zwei Tankstellen und zwei Supermärkten insgesamt fünfmal in die Kassa gegriffen und Bargeld gestohlen haben soll, in Eisenstadt rechtskräftig zu drei Jahren Haft verurteilt.
Vorgeworfen wurden ihm zunächst drei Raubüberfälle, bei denen es zu einem Gerangel mit den Angestellten gekommen sein soll, der Schöffensenat sprach ihn jedoch mangels Gewaltanwendung in einem Fall wegen zweifachen Raubes und drei Diebstählen schuldig.
Kassendieb in Eisenstadt bekannte sich schuldig: Drei Jahre Haft
Der Kroate, der sich zum Diebstahl schuldig
bekannte, bestritt vor Gericht, überhaupt Gewalt angewendet zu haben,
und damit auch, dass es sich um Raubüberfälle gehandelt habe. Von zwei
Fällen gebe es jedoch Videoaufnahmen, die zeigen, dass es zu einem
Gerangel gekommen sei, weil die Angestellten den Angeklagten festhalten
und am Griff in die Kassenlade hindern wollten, begründete Richterin
Karin Knöchl das Urteil.
Der Mann dürfte laut Anklage am 12. März
dieses Jahres die Tankstelle in Loipersdorf (Bezirk Oberwart) betreten
und im Raucherbereich gewartet haben, bis nur noch ein Angestellter
anwesend war. Dann sei er zur Kassa gegangen, vermeintlich um Zigaretten
zu kaufen, und habe, als der Verkäufer die Kassenlade öffnete,
hineingegriffen. Dabei kam es zu einem Gerangel, woraufhin der Kroate
vorgetäuscht haben soll, dass er eine Waffe mithabe. Schließlich konnte
er mit 595 Euro flüchten. Sowohl die Rangelei als auch das Vortäuschen
einer Waffe bestritt der Mann vor Gericht.
Mann dürfte in Wien ähnlich weitergemacht haben
Am Tag nach dem Vorfall
in Loipersdorf dürfte der Kroate in Wien ähnlich weitergemacht haben.
Zweimal soll er in derselben Supermarktfiliale in die Lade gegriffen und
rund 210 Euro mitgenommen haben. Beide Fälle waren zunächst als Raub
angeklagt, weil der 38-Jährige die eingreifenden Angestellten mit Gewalt
abgeschüttelt haben soll. In einem Fall bestätigte aber eine Zeugin
seine Version, dass es keine Gewalt gegeben habe.
Angeklagter verwendete eigenes Auto als Fluchtfahrzeug
In einer zweiten
Tankstelle und einem weiteren Supermarkt stahl er an denselben beiden
Tagen zehn bzw. 224 Euro. Außerdem tankte er zweimal und fuhr davon,
ohne zu bezahlen. Auf die Schliche gekommen waren die Ermittler dem
38-Jährigen, weil er sein eigenes Auto als Fluchtfahrzeug verwendete. In
Loipersdorf war das Kennzeichen laut Staatsanwaltschaft auf Video zu
sehen und der Kroate sei als Zulassungsbesitzer ausgeforscht worden.
Als Begründung für die Taten lieferte der Angeklagte sein Handy, das ihn manipuliert und unter anderem dazu aufgefordert habe, tanken zu fahren, aber nicht zu bezahlen. Laut Gutachten leidet der 38-Jährige an paranoider Schizophrenie, ist aber zurechnungsfähig.