Am Dienstag hat Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) angesichts des Söldner-Aufstands in Russland vom vergangenen Wochenende zu einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates geladen.
Die 60. Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates findet um 17.30 Uhr im Bundeskanzleramt unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, teilte eine Regierungssprecherin der APA am Dienstag mit. Die Beratungen zum Thema "Aktuelle Entwicklungen in Russland und deren Auswirkungen" seien vertraulich.
Nationaler Sicherheitsrat tagt abends zum Söldner-Aufstand in Russland
Dem Sicherheitsrat gehören neben Nehammer, Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) und Verteidigungsministerin Klaudia Tanner, Außenminister Alexander Schallenberg, Innenminister Gerhard Karner (alle ÖVP) sowie Vertreter der im Hauptausschuss vertretenen Parlamentsparteien an. Die SPÖ hatte nach dem Vormarsch der Söldnertruppe Wagner auf Moskau am Samstag die Einberufung des Nationalen Sicherheitsrats gefordert.
Nehammer zeigte sich am Samstag besorgt über Ereignisse in Russland
Nehammer
hatte sich am Samstag besorgt gezeigt. "Die Vorgänge in der Russischen
Föderation sind immer von größter strategischer Bedeutung, weil Russland
biologische, chemische und nukleare Waffen besitzt", sagte er am Rande
des "Europaforums" Göttweig. "Atomwaffen dürfen nicht in die falschen
Hände gelangen."
Krisenkabinett der Regierung im Verteidigungsministerium tagte
Am Sonntag hatte das Krisenkabinett der Regierung
im Verteidigungsministerium getagt. Danach wurde mitgeteilt, dass das
Außenministerium eine partielle Reisewarnungen für die an die Ukraine
angrenzenden Verwaltungsgebiete (Belgorod, Kursk, Brjansk, Woronesch,
Rostow, Krasnodar) ausgegeben und das Innenministerium Schutzmaßnahmen
für bestimmte Einrichtungen erhöht habe. "Wir werden nicht zulassen,
dass ein innerer russischer Konflikt auch auf österreichischem Boden
ausgetragen wird", sagte Nehammer. Und Kogler betonte, die aktuellen
Ereignisse untermauerten den Plan, die Abhängigkeit von russischen
Gaslieferungen zu beenden.
Nach Vorgängen durch Wagnertruppe reagierte Staatsschutz
Am Montag erläuterte Karner, dass
unmittelbar nach Bekanntwerden der Vorgänge durch die Wagnertruppe der
Staatsschutz reagiert habe. Es seien "Aufträge erteilt" worden, "den
Polizeieinsatz in Teilbereichen auch zu erhöhen", erklärte der
Innenminister. Aus polizeitaktischen Gründen wolle er "nicht sagen, wo",
doch gehe es um
"Gebäude oder Personen, die hier in Gefahr sein könnten". Man komme
"sehr konsequent" der Aufgabe nach, die Sicherheit von Österreicherinnen
und Österreichern "und der hier lebenden Menschen" zu gewährleisten.
Wagner-Chef war am Samstag mit Söldnern in Russland einmarschiert
Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin war in der Nacht auf Samstag mit seinen in der Ukraine kämpfenden Söldnern in Russland
einmarschiert. Die Truppe kam bis rund 200 Kilometer vor Moskau.
Verhandlungen unter Vermittlung des belarussischen Machthabers Alexander
Lukaschenko stoppten den Vormarsch am Samstagabend, die Wagner-Truppe
verließ die zuvor von ihr eingenommene südrussische Millionenstadt
Rostow am Don. Die Rebellion hat nach den Worten von Präsident Wladimir
Putin die Existenz Russlands bedroht. Prigoschin und seinen Kämpfern war Exil in Belarus und Straffreiheit zugesichert worden.