An heißen Tagen greift man gerne zu leichten Gerichten wie Fertigsalaten und Bowls. 15 solcher Produkte von Bäckereien, Supermärkten und einem Biogeschäft wurden nun vom VKI genauer unter die Lupe genommen.
"Das Ergebnis macht nur bedingt Appetit", lautet das Fazit. Sieben Mal gab es zwar ein "Sehr gut". Aber ein Drittel der Proben schnitt mit nicht bzw. weniger zufriedenstellend ab, "weil sie zu viele ungustiöse Keime enthielten". Zwei Bowls und ein Salat waren durchschnittlich.
Knackpunkt bei Fertigsalaten & Co. ist die Mikrobiologie, also eine erhöhte Keimbelastung. Ursachen können zu geringe Kühlung bzw. die Unterbrechung der Kühlkette beim Transport oder mangelhafte Hygiene bei der Herstellung sein.
Insgesamt fünf Produkte seien hier "auffällig" gewesen. Darunter waren ein "Backhendlsalat" wegen einer erhöhten Anzahl an Hefen und ein "Quinoa Salat" wegen Schimmelpilzen - beide wurden als "weniger zufriedenstellend" eingestuft.
Komplett
durchgefallen sind ein "Melone Prosciutto Rucola"-Salat sowie ein
"Protein Salat", die vergleichsweise hohe Konzentrationen von Bacillus
cereus aufgewiesen hätten, so die VKI-Fachleute. Diese sporenbildenden
Bakterien produzieren Toxine, die zu Erbrechen, Durchfall oder Übelkeit
führen können. Bei beiden Produkten lag der Wert über dem empfohlenen
Warnwert der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie für
verzehrfertige Lebensmittel. Bei einem Pastasalat mit Thunfisch und
Pesto wurde nicht nur eine hohe Gesamtkeimzahl nachgewiesen, er fiel
auch durch sauren Geruch und Geschmack auf.
Alle drei Produkte
seien somit "nicht zufriedenstellend", und alle drei seien in
verschiedenen Filialen eingekauft worden, die jeweils an einem stark
frequentierten Bahnhof liegen. "Man kann also nicht automatisch davon
ausgehen, dass die Frische an Standorten mit besonders hoher Nachfrage
nach To-go-Produkten in Ordnung ist", warnten die Konsumentenschützer.
Bowls und Fertigsalat geben aber auch ohne Verkeimung nicht automatisch eine gesunde Mahlzeit ab. Die Zahl der Zusatzstoffe wie Verdickungsmittel, Farbstoffe und Süßungsmittel sowie Aromen variiere stark - von null bis ein Dutzend. Was den Verarbeitungsgrad (NOVAScore) angehe, "reihen sich alle Produkte in die ungünstigeren Gruppen 3 und 4 ein" - sie sind also hochverarbeitet und sollten nur gelegentlich konsumiert werden. Zudem seien sie oft eine recht salzige Angelegenheit, so die Testerinnen und Tester.