Aus Haftungsgründen ist die "Todesstiege" mit den 186 Stufen im ehemaligen KZ-Mauthausen für Besucher seit fünf Jahren nicht mehr begehbar. Die Sperre wird noch länger andauern.
Der Antrag, die "Todesstiege" im ehemaligen KZ-Mauthausen und heutige Gedenkstätte wieder frei zugänglich zu machen, wurde Mittwochnachmittag im Innenausschuss des Nationalrats vertagt. Die oö. Abgeordnete Sabine Schatz (SPÖ) forderte in dem Entschließungsantrag das Innenministerium auf, "sich für eine Gesetzesvorlage einzusetzen, die eine Aufhebung der Sperre ermöglicht".
KZ-Häftlinge hatten während des Zweiten Weltkrieges 50 Kilo schwere Steinbrocken über die Treppe schleppen müssen. Für die Vermittlungsarbeit in der Gedenkstätte Mauthausen ist diese "Todesstiege" ein wichtiger Ort. "Schon seit Jahren kritisieren nationale und internationale Opferverbände, das Comité International de Mauthausen, der Österreichischen Lagergemeinschaft Mauthausen und das Mauthausen Komitee Österreich die Sperre und fordern deren Wiedereröffnung", so Schatz.
Dass ÖVP und Grüne den roten Antrag
vertagt haben, käme einem Ignorieren "der Wünsche der
Überlebendenorganisationen" gleich, zeigte sie sich verärgert. Der Grund
an der Sperre festzuhalten sind ungelöste Haftungsfragen, sollte ein
Besucher verunfallen.