Die ÖVP Burgenland will den von der FPÖ geplanten Misstrauensantrag gegen Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) unterstützen.
Nachdem dieser nicht SPÖ-Bundesparteichef wurde, sei das Burgenland für ihn "nur die zweite Wahl", begründete Landesparteiobmann Christian Sagartz nach der ÖVP-Klubklausur am Dienstag. Es ist der erste Misstrauensantrag gegen Doskozil, Aussicht auf Erfolg hat er angesichts der SPÖ-Mehrheit im Landtag freilich nicht.
Die Freiheitlichen
hatten nach ihrer Klubklausur am Montag einen Misstrauensantrag gegen
den Landeshauptmann in der nächsten Landtagssitzung angekündigt.
Begründet wurde dies mit der "hohen Schuldenlast", für die Doskozil
verantwortlich zeichne. Für die Einbringung des Antrags braucht es im
Landtag ein Drittel der Mandatare, weshalb man auf die Unterstützung der
ÖVP angewiesen ist.
Und diese sagte ihren Support am Dienstag zu,
denn Doskozil habe seine persönlichen Interessen über jene des Landes
gestellt: "Wir können es nicht länger zulassen, dass die Probleme im Burgenland
ignoriert werden und die SPÖ in Schockstarre verharrt. Doskozil muss
den Weg frei machen, damit wir den dringend benötigten Richtungswechsel
im Burgenland
erreichen können", erklärte Sagartz. Weitere Themen der ÖVP-Klausur
waren die Energiepreise und die Abschaffung der
Baulandmobilisierungsabgabe.
Die SPÖ hingegen kritisierte ÖVP und
FPÖ: "Es ist bedauerlich, dass das stärkste Instrument des
Parlamentarismus - der Misstrauensantrag - von der neuen schwarz-blauen
Allianz für politische Spielchen missbraucht wird", meinte Klubchef
Robert Hergovich in einer Aussendung. Sagartz betreibe
"Verunsicherungspolitik", denn: "Die SPÖ sorgt mit lösungsorientierter
Politik und stabilen Rahmenbedingungen für die nachhaltige Entlastung
der Burgenländer in Zeiten einer Rekordinflation", so Hergovich.