Am Dienstag wurde der Beschluss der ersten "Österreichischen Bodenschutzstrategie", der im Rahmen der österreichischen Raumordnungskonferenz (ÖROK) hätte erfolgen sollen, vertagt.
Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) kündigte am Montag den Bundesländern noch "klare Zielvorgaben" an, während Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) auf "eine Diskussion des bisherigen Vorschlags" setzte. Ein neuer Termin ist vorerst nicht bekannt.
Rund 20 Monate sind seit der Ankündigung
der Strategie inzwischen vergangen, schon im Vorfeld wurde der Entwurf
von NGOs mit Kritik bedacht. Greenpeace kritisierte etwa, dass schon
2002 in der Nachhaltigkeitsstrategie des Bundes das 2,5-Hektar-Ziel
genannt wurde, ein politischer Beschluss aber bis heute fehle. Der WWF
forderte nach dem Bekanntwerden der Vertagung "einen glaubwürdigen
Neustart in der Bodenpolitik".
Auf EU-Ebene gibt es derzeit kein
rechtsverbindliches politisches Ziel in Bezug auf Flächenverbrauch und
Bodenversiegelung. In der neuen EU-Bodenschutzstrategie wurden jedoch
die einzelnen Staaten dazu aufgefordert, Zielvorgaben für die
Flächeninanspruchnahme bis 2030 festzulegen - letztlich gilt das Ziel,
bis 2050 die Neutralität der Flächeninanspruchnahme zu erreichen.