Die FPÖ drähnt auf unmittelbare Grenzmaßnahmen und trommelt weiter für ihr Migrationskonzept "Festung Österreich".
Ein wesentlicher Punkt in dem freiheitlichen Programm sei es, im Asylrecht eine Notverordnung für eine Obergrenze einzuführen, also einen Asyl-Notstand auszurufen. Dies müsse geschehen, sagte der blaue Sicherheitssprecher Abg. Hannes Amesbauer am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Innsbruck. Zudem verlangte er das Errichten von Grenzbarrieren im Burgenland.
Während die ÖVP das "Märchen von der Asylbremse" verbreite, würden die nackten Zahlen ganz etwas anderes belegen, kritisierte Amesbauer bei dem Pressegespräch mit Tirols FPÖ-Obmann Markus Abwerzger. So habe es bis April in Österreich 14.000 Asylanträge gegeben, ein neuer Rekord. Darunter befänden sich vor allem Syrer, Marokkaner und Inder. Rund 9.900 von ihnen seien Erst-Antragsteller gewesen. "Insgesamt haben wir es mit einer Steigerung um 70 Prozent im Vergleich zum Mittelwert der vergangenen zehn Jahre zu tun", erklärte der Sicherheitssprecher.
Außer
dem Asylbremsen-Märchen würde die ÖVP zudem das "Märchen von den
Familien" auftischen. Fakt sei vielmehr, dass 91 Prozent der
Asylantragsteller im vergangenen Jahr Männer gewesen seien - 78 Prozent
von ihnen im Alter zwischen 18 und 35 Jahren. "Es kommen vor allem junge
Männer aus aller Herren Länder", meinte der Nationalratsabgeordnete.
Neben
einem "Aussetzen der Asylanträge" brauche es zudem auch
Grenzschutzmaßnahmen - und dies vor allem im Burgenland. Auf Nachfrage
sprach sich Amesbauer unter anderem für das Aufstellen von Zäunen in dem
Bundesland aus. Die entsprechende "Expertise" über solche
Grenzschutzmaßnahmen seien im Innenministerium noch vorhanden - und zwar
aus der Zeit, in der FPÖ-Chef Herbert Kickl das Ressort führte.
Abwerzger
sprach sich indes für schnellere Asylverfahren nach dem Vorbild Schweiz
aus - dort dürften sie nur rund sechs Monate betragen. Und er schoss
sich auf den für die Flüchtlingsagenden zuständigen Tiroler
SPÖ-Landeshauptmannstellvertreter Georg Dornauer ein, der landauf landab
"durch Wirtshäuser" tingele und dort Märchen von einem restriktiven
Migrationskurs von sich gebe, für den er angeblich eintrete. "Das ist
der größte Dampfplauderer", so Abwerzger. Denn die Wahrheit sei, dass
sich Dornauer gerade damit rühme, die Unterbringungsquote in Tirol von
60 Prozent auf 80 Prozent gesteigert zu haben. "Er ist der Magnet
schlechthin für junge Männer aus Afghanistan und Syrien", griff
Abwerzger den roten Landesparteichef an.