Das Zerteilen und Weiterverarbeiten von Fleisch, sowie der Umgang mit tierischen Produkten sind wichtige Bestandteile der Kochausbildung. Kritiker sagen, es könne nur eine neue, vegane Kochlehre entstehen.
Zuletzt sind Rufe nach einer vegan-vegetarischen Kochlehre lauter geworden. Kritiker sagen, es könne eigentlich nur ein neuer Lehrberuf entstehen, da der Umgang mit tierischen Produkten ein integraler Bestandteil der Kochlehre sei. Doch egal ob Adaption eines bestehenden oder ein gänzlich neuer Lehrberuf (neuestes Beispiel: Pflegelehre) - es ist viel vorzubereiten. Hier der Ablauf:
Kritiker: Neue Ausbildung mit veganer Kochlehre möglich
Die Vorschläge für neue Berufsbilder kommen in der Regel von Sozialpartnerorganisationen wie Fachverbänden oder Innungen. Diese ergehen an das zuständige Wirtschaftsministerium. Dieses schickt Vorschläge nach einer Erstprüfung an den Bundes-Berufsausbildungsbeirat (BBAB). Der Beirat gibt nach Expertengesprächen unter Sozialpartnereinbindung eine Einschätzung ab.
Arbeitsgruppe in der Gastro-Sparte soll Konzept für Kochlehre erarbeiten
Bezogen auf die vegan/vegetarische Kochlehre wird in der Gastro-Sparte der Wirtschaftskammer derzeit eine Arbeitsgruppe konstituiert, die ein Konzept ausarbeiten soll. Mit der zuständigen Gewerkschaft vida werde sondiert, hieß es zur APA.
Wichtig
ist grundsätzlich die Einschätzung des Bedarfs des eingebrachten
Berufsbildes durch die BBAB-Vertreter. Sie machen - bei positiver
Einschätzung - weitere Vorschläge zum neuen Job.
Fachleuten geht es um detaillierte Ausarbeitung der veganen Kochlehre
Mit
Fachleuten geht es dann an eine detaillierte Ausarbeitung. Dazu gibt es
Workshops, die laut Wirtschaftsministerium wissenschaftlich begleitet
werden - in der Regel vom ibw (Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft). So soll sichergestellt werden, dass alle neuen
Berufsbilder den aktuellen Standards entsprechen. Es geht auch um das
im Nationalen Qualifikationsregister (NQR) erreichende Niveau.
Experten bei Prozess eingebunden
Eingebunden sind Expertinnen und Experten aus dem jeweiligen beruflichen Umfeld sowie Fachleute der Sozialpartner. Es geht um einen kompetenzorientierten Vorschlag für Inhalte einer neuen Ausbildungsordnung für den Lehrberuf.
Dieser besteht aus Berufsprofil, Berufsbild, Lehrplan, Prüfungsordnung,
Prüfungsablauf, Berufsschulausbildung, Anrechnungsbestimmungen,
Unterrichtsmaterialien. Bedingung für die Organisation eines
Berufsschullehrgangs ist, dass an einem Standort mindestens 25 Lehrlinge pro Lehrjahr gefunden werden. Die Gastro-Sparte rechnet in Wien mit der größten Nachfrage.
Abstimmung mit Sozialpartnern über mögliche neue Kochlehre
Die
Ausbildungsordnung wird dem BBAB zur abschließenden Behandlung und
Stellungnahme übermittelt. Dort findet dann eine abschließende
sozialpartnerschaftliche Abstimmung statt. Wenn nötig, wird noch ein Ausschuss eingerichtet, um Details zu klären. Neben den Sozialpartnern und dem Wirtschaftsministerium sind auch Vertreterinnen und Vertreter der Berufsschulen involviert.
Ist alles unter Dach und Fach, erfolgt eine Beschlussfassung im BBAB. Darin enthalten ist eine Empfehlung an den Wirtschaftsminister auf Erlass der Ausbildungsordnung. Die zuständige Abteilung im Wirtschaftsministerium führt schließlich den erforderlichen legistischen Prozess durch. Noch mehr Detail-Informationen gibt es unter .