Der Konjunkturindikator der UniCredit-Bank-Austria sank auf minus 2,4 Punkte und ging somit zum dritten Mal in Folge zurück.
Die Stimmung in der heimischen Wirtschaft hat sich im Mai weiter eingetrübt. Das deute auf eine fortgesetzte Schwäche der Konjunktur im zweiten Quartal hin. "Die seit dem zweiten Halbjahr 2022 laufende Stagnation setzt sich somit bis in den Sommer fort," so Bank-Austria-Chefökonom Stefan Bruckbauer.
In allen Sektoren habe sich die Stimmung verschlechtert. Vor allem in der Industrie drücke eine schwächere Nachfrage und eine dadurch nötige Anpassung bei Produktions- und Personalkapazitäten nach unten. Auch das Exportumfeld sei wegen sich verschlechternder Entwicklungen in wichtigen Partnerländern wie Deutschland und Italien getrübt.
"In allen Wirtschaftssektoren Österreichs besteht mittlerweile eine verhaltene Stimmung. Sowohl im Dienstleistungssektor als auch in der Industrie liegt sie deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt", so UniCredit-Bank-Austria-Ökonom
Walter Pudschedl. Auch in der Bauwirtschaft werde die Stimmung
schlechter, auch wenn sie noch knapp über dem Durchschnitt liegt.
Eine Erholung wird erst für das zweite Halbjahr erwartet. "Mit dem schrittweisen Rückgang der Inflation und einer
Verbesserung des globalen Exportumfelds sollte die Erholung der
österreichischen Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte aus den
Startlöchern kommen und die Stagnation überwunden werden können", so
Pudschedl. Für das Gesamtjahr rechnen die Ökonomen mit einem Wirtschaftswachstum für Österreich von 0,7 Prozent.
Auf den Arbeitsmarkt hat die aktuelle Konjunkturschwäche nur geringe Auswirkungen. Im Durchschnitt erwarten die Volkswirte eine Arbeitslosenquote von 6,4 Prozent, nach 6,3 Prozent im Vorjahr. "Das relativ knappe Arbeitskräfteangebot wird negative Auswirkungen der schwachen Konjunktur auch in den kommenden Monaten in Grenzen halten," meint der Ökonom. Sobald die Erholung einsetzt, werde sich die Quote stabilisieren und ab Beginn 2024 wieder abnehmen.