Beim Einkaufen erwarten sich Junge ein anderes Erlebnis als Ältere. Laut einer Umfrage wollen Junge Spaß beim Shopping.
So sucht die Generation Z beim Online-Shopping Spaß (59 Prozent), Entspannung (52 Prozent) und Unterhaltung (57 Prozent), zeigt eine aktuelle Erhebung des Marktforschungsinstituts MindTake im Auftrag des Handelsverbands. "Was auffällt ist, dass der Handel beginnt, gewisse Lücken zu schließen", sagte Studienleiterin Martina Oberrauch mit Blick auf die zunehmende Digitalisierung zur APA.
Umfrage zum Einkaufen
So zeigten in der Filterfunktion heuer im Frühjahr 29 Prozent die Filialverfügbarkeit, vor einem Jahr waren das erst 19 Prozent. Bei Click & Collect habe es einen Zuwachs von 13 auf 29 Prozent gegeben.
"Die
Konsumentinnen und Konsumenten ändern sich, auch der Handel ändert
sich", brachte der Geschäftsführer des Handelsverbands, Rainer Will, am
Mittwoch in einer gemeinsamen Pressekonferenz die Entwicklungen auf den
Punkt. Erfolgreich würden künftig hauptsächlich Online-Shops sein, die
auch den Spaßmoment der Gen Z bedienten - etwa durch inspirierende
Themen- und Bildwelten, Gestaltungsvorschläge, Produktzusammenstellungen
oder in Kooperation mit bezahlten oder nicht bezahlten Influencern.
Gen Z nimmt neue Einkaufsmöglichkeiten leichter an
Die
Gen Z nehme generell neue Einkaufsmöglichkeiten wie Instagram- und
TikTok-Shopping bereitwilliger an. Sie lege auch überdurchschnittlich
stark Wert auf Produktbewertungen (67 Prozent), Produktfotos anderer
Käuferinnen und Käufer (52 Prozent) und Empfehlungen (48 Prozent).
Beim
Shopping in Geschäften stehen über alle Altersgruppen hinweg Beratung
und Inspiration im Vordergrund. Demgegenüber dominieren beim
Online-Shopping die große Auswahl, preislich attraktive Angebote und
Zeitersparnis.
Künstliche Intelligenz hält auch im Handel
ungebremst Einzug. "Es ist gekommen, um zu bleiben", so Will. "50
Prozent der Online-Händler verwenden KI bereits jetzt für
Produktbereiche." 8 Prozent der Händler hätten KI bereits in die
Geschäftsprozesse integriert, bis Jahresende sollen es 25 Prozent sein.
"Gerade KMU und kleinen Händlern hilft das enorm weiter", betonte der
Handelsverbandschef und verwies etwa auf die Beantwortung der vielen
E-Mails. Bei den Steigerungsraten der Nutzung der Händler rechnet er mit
einer rasanten Entwicklung.
Einfluss der KI auf den Handel: "Noch keine eindeutige Antwort"
Betreffend Einfluss der KI auf den
Handel "gibt es noch keine eindeutige Antwort", sagte Sher Khan von
Google Österreich. "Wir sind ja erst am Anfang einer technologischen
Revolution." Es gehe jedenfalls nicht nur um Texterstellung. "KI ist die
dritte Welle der technologischen Revolution, nach dem Internet und dem
Shift zu mobilen Endgeräten." Etwas mehr als die Hälfte aller Händler,
die Online-Shops betreiben, ließen sich bei der Erstellung von Texten
durch KI unterstützen, etwa Produktbeschreibungen oder Blogartikel,
weitere 29 Prozent planten dies, strich Sher Khan hervor.
Eindeutig
im Trend liegt "Geo Shopping": 75 Prozent der befragten Konsumentinnen
und Konsumenten - und 81 Prozent der Generation Z - erwarteten ein
vollständiges Profil auf Google, 69 Prozent erachten einen gebrandeten
Pin auf Google Maps als hilfreich und 70 Prozent fänden es attraktiv, in
Google Maps direkt nach Produkten suchen zu können, um passende Händler
in der Nähe mit lagernden Exemplaren der gesuchten Produkte angezeigt
zu bekommen.
Das sei "technisch kein Problem", so Sher Khan. Im
Google Merchant Center könnten Händler lokale Warenverfügbarkeiten in
Google einspielen und so bei entsprechender Produktsuche der
Konsument:innen in Google Maps als Händler in der Nähe angezeigt werden.
Das ist laut Will "eine massive Chance für lokale Händler, auch für
kleine Händler ohne eigenen Webshop, auf ihr Sortiment und ihren
Standort digital zu verweisen - kostenfrei und mit minimalen digitalen
Kenntnissen".
Online-Shoppen soll schnell und bequem sein
Unabhängig von diversen Trends wollen Kundinnen und
Kunden, dass das Online-Shoppen rasch und bequem abläuft. Rund 90
Prozent erwarten, mit nur wenigen Klicks über Bezahl-, Versand- und
Retouren-Möglichkeiten informiert zu sein. Zwei Drittel wünschen sich
die Option, als Gast, also ohne Kundenkonto, bestellen zu können. 69
Prozent wollen bei Online-Bestellungen die Bezahlmöglichkeit auf
Rechnung. Gütesiegel in Online-Shops sind knapp für die Hälfte wichtig.
41 Prozent erwarten die Zustellung ihrer Waren bei lagernden Artikeln
innerhalb von drei Werktagen nach Bestellung.
Nachhaltiges
Wirtschaften von Händlern ist 53 Prozent der Konsumentinnen und
Konsumenten wichtig, in der Gen Z sind es 57 Prozent, die sich wünschen,
dass Händler nachhaltig agieren und dies auch transparent
kommunizieren. Mehr als die Hälfte der Konsument:innen (56 Prozent)
würde eine wiederverwendbare Verpackung nutzen und sie an zentraler
Stelle zurückbringen, wenn es dafür ein Pfand retour gebe. Händler
setzen im Bereich Nachhaltigkeit vor allem auf den Einsatz nachhaltiger
Verpackungsmaterialien und Verpackungsreduktion (über 60 Prozent), auf
das Angebot nachhaltig zertifizierter Produkte (rund 50 Prozent) sowie
klimaneutrale Zustellung (43 Prozent).
Wünsche und Wirklichkeit klaffen noch weit auseinander
Die Wünsche der Shopper und
die Wirklichkeit klaffen aber oft noch weit auseinander. Die
kostenpflichtige Option "Same Day Delivery" im Online-Shop
beispielsweise wünschen sich 38 Prozent (und die Hälfte der Gen Z),
angeboten wird sie jedoch nur von 5 Prozent der Händler. "Scan &
Go", also das Scannen und Bezahlen der Ware in der Filiale mit dem
eigenen Mobiltelefon, ohne sich an der Kassa anstellen zu müssen, würden
40 Prozent der Befragten nutzen - die Gen Z sogar zu 50 Prozent. Für
den größten Teil der befragten Händler mit Filialen (87 Prozent)
hingegen ist das kein Thema, weder heute noch in näherer Zukunft. Click
& Collect mit 24/7 Abholmöglichkeit ist für 50 Prozent wichtig (Gen Z
sogar 60 Prozent), von den untersuchen Händlern bieten es jedoch nur 25
Prozent an.
Nach einer ganzen Reihe von Kriterien durchleuchtet
sind laut Handelsverband bereits einige Händler recht gut unterwegs, was
die Vorstellungen der Kunden betrifft. Im Bereich Omnichannel-Handel
schnitt Hornbach am besten ab, gefolgt von Gigasport sowie auf Platz
drei dm drogerie markt, Kastner & Öhler sowie Libro.
In ihren
jeweiligen Produktbereichen führend sind der Erhebung zufolge Ikea,
Mediamarkt, Interspar und Smyths Toys. Betreffend Flexibilität
performten sie am besten.
Ikea habe den besten Online-Shop, vor
Hornbach und dm drogerie markt. Diese Händler erfüllten ausgezeichnet
die Konsumentenanforderungen an Transparenz, Interaktivität,
Kontaktmöglichkeiten sowie Check-out, Lieferung und Retoure.
Otto sei der bester Pure-Online-Händler, gefolgt von Zalando, Universal, Amazon und Giesswein.