Am Dienstag tagen auch im Burgenland die SPÖ-Gremien. Landtagspräsidentin Dunst hat "100 Prozent Vertrauen" in Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil.
Die SPÖ Burgenland will die Mitglieder am Dienstagvormittag bei einem Landesparteipräsidium und einem Landesparteivorstand über die aktuelle Situation in der SPÖ informieren, erklärte Landesgeschäftsführer Roland Fürst beim Eintreffen im Landhaus vor Journalisten. Diese wurden nicht ins Gebäude vorgelassen.
Die SPÖ-Vertreter zeigten sich großteils wortkarg, jene, die doch etwas sagten, stärkten LH Hans Peter Doskozil den Rücken. Landtagspräsidentin Verena Dunst - sie ist selbst auch im Bundesparteivorstand - erklärte: "Ich war natürlich in viele Sitzungen involviert, aber damit hätte ich nie gerechnet, dass das passiert." Der Fehler, dass die Stimmen falsch ausgewiesen wurden, sei "peinlich, furchtbar, unangenehm". Es sei klar, dass SPÖ-Mitglieder jetzt alles hinterfragen. Nun müsse man aber vorwärts schauen, man dürfe nicht den Kopf in den Sand stecken, meinte Dunst.
Doskozil hatte in seiner ersten Reaktion am Montagabend eine Wiederkandidatur bei der Landtagswahl 2025 offen gelassen, Dunst betonte aber: "Dass er der beste Kandidat ist, zeigt 2020." Er soll daher wieder antreten, das stehe außer Zweifel: "Wir haben keinen Besseren." Auch sei bekannt, dass sie "100 Prozent Vertrauen" in ihn habe. Dass er das Wiederantreten offen ließ, schrieb sie Doskozils "Bescheidenheit" zu. "Ewig schade" sei, dass es nun doch keinen Bundesparteivorsitzenden Doskozil gibt, stellte die Landtagspräsidentin fest.
GVV-Präsident Erich Trummer betonte
ebenfalls: "Wir haben einen guten Landeshauptmann, dieser gute Weg
sollte durchaus fortgesetzt werden." Es sei nun wichtig, besonnen zu
bleiben und die weitere Vorgangsweise in Ruhe zu besprechen. Wie
vermutlich alle Österreicher sei auch er bei Bekanntgabe des Fehlers am
Montag "fassungslos" gewesen, so Trummer. Nach dem Chaos soll nun
gemeinsam weitergearbeitet werden.
Der Termin der Gremiensitzungen wurde nicht öffentlich bekannt gegeben. Medien wurden dann auch nicht ins Landhaus vorgelassen.