Laut dem AMS-Chef Johannes Kopf ist der Tourismus in Österreich auf Arbeitskräfte aus dem Ausland angewiesen.
Während ein politischer Streit um die Größe des Arbeitskräfte-Saisonkontingents im Tourismus ausgebrochen ist, hat das Arbeitsmarktservice (AMS) just zu dieser Branche im Rahmen der Bekanntgabe der Arbeitsmarktdaten am Donnerstag seine monatliche Spezialauswertung veröffentlicht. Anlass war die kürzliche Bekanntgabe der neuesten Nächtigungszahlen, so AMS-Chef Johannes Kopf in einer Aussendung. Ihm zufolge ist der Sektor von Arbeitskräften aus dem Ausland "angewiesen".
Tourismus ist auf Arbeitskräfte aus dem Ausland angewiesen
Der Tourismus sei nicht nur auf ausländische Gäste angewiesen, die für rund sieben von zehn Nächtigungen sorgen. "Nur mehr 44 Prozent aller im österreichischen Tourismus Beschäftigten hat eine österreichische Staatsbürgerschaft", so Kopf. "Vor 15 Jahren lag dieser Wert noch bei 66 Prozent."
Im Zeitablauf ist der Anteil beschäftigter
Österreicherinnen und Österreicher also deutlich gesunken. Im Jahr 2008
betrug ihr Anteil an allen in Beherbergung und Gastronomie Beschäftigten
noch knapp zwei Drittel (65,7 Prozent), fünf Jahre später 57,3 Prozent
und im Jahr 2018 knapp die Hälfte (49,5 Prozent).
Zu den nun mehr
noch 44 Prozent der im heimischen Tourismus-Beschäftigten mit
Austro-Pass kommen laut AMS weitere 17 Prozent aus Drittstaaten, 11
Prozent aus Ungarn, 5 Prozent aus der Deutschland, jeweils 4 Prozent aus
Rumänien und der Slowakei sowie jeweils 3 Prozent aus Kroatien und der
Türkei. Dazu kommen weitere 5 bzw. 4 Prozent aus anderen
EU-Beitrittsländern des Jahres 2004 sowie anderen Staaten der alten
EU-15 samt EWR.
Gut 40 Prozent der insgesamt 58.647 Beschäftigten
aus den EU-Beitrittsländern seit 2004 stammen aus Ungarn. Weitere 14
Prozent kommen aus Rumänien, 13 Prozent aus der Slowakei und 11 Prozent
aus Kroatien.
Schwankungen bei Stellenmeldungen in der Gastronomie
Verglichen mit den Stellenmeldungen aller Branchen
zeigen sich sowohl in der Gastronomie als auch in der Beherbergung
größere Schwankungen, zuletzt mit hohen Anstiegen. In der Sommersaison
2022 gab es im Durchschnitt 16.364 offene Stellen. Dies sind um 68,8
Prozent mehr als in der letzten Sommersaison vor Ausbruch der
Covid-19-Pandemie (Sommersaison 2019: 9.694). In der Wintersaison
2022/23 lag die Zahl gemeldeter offener Stellen mit durchschnittlich
11.425 um 41,7 Prozent über der letzten Wintersaison vor der Krise
(Wintersaison 2018/19: 8.062). Der Anstieg der offenen Stellen war
zuletzt (Wintersaison 2022/23 und Sommersaison 2022) in Kärnten,
Salzburg, der Steiermark, Tirol und Wien besonders groß.
Sommersaison 2022 sorgte für mehr Beschäftigung
Die
Sommersaison 2022 (Mai bis Oktober 2022) sorgte im Vergleich zur
Sommersaison des Jahres davor für mehr 7,4 Prozent mehr Beschäftigung
und 18,1 Prozent geringere Arbeitslosigkeit, zeigt die AMS-Auswertung.
In der Wintersaison 2022/23 (November 2022 bis April 2023) stieg die
Beschäftigung verglichen mit der vorherigen Wintersaison ebenfalls um
7,4 Prozent, die Arbeitslosigkeit sank jedoch nur mehr um 6,6 Prozent.
In allen Monaten der Sommersaison 2022 und der Wintersaison 2022/23 lag die Zahl der unselbstständig Aktiv-Beschäftigten über jener der betreffenden Vorsaisonen, wobei die Unterschiede zwischen den Vergleichsmonaten im Laufe der Saisonen jeweils kontinuierlich kleiner wurden. Dasselbe Muster zeigte sich auch bei der Arbeitslosigkeit, wobei durch die Konjunkturabschwächung zum jeweiligen Saisonende (Oktober: +0,6 Prozent bzw. März: +2,6 Prozent und April: +5,9 Prozent) die Arbeitslosigkeit sogar (geringfügig) höher war als in den jeweiligen Vorsaisonen.