In Österreich leben rund 5.000 Kinder und Jugendliche mit einer unheilbaren, lebensverkürzenden Erkrankung.
In 34 pädiatrischen Hospiz- und Palliativeinrichtungen finden die jungen Patienten und ihre Angehörigen Unterstützung. Gerade im Kinder- und Jugendbereich sei ein flächendeckender Ausbau nötig, ebenso viel mehr Möglichkeiten zur Entlastung der Familien, hieß es vom Dachverband Hospiz Österreich anlässlich des (heutigen) Österreichischen Kinderhospiz- und Palliativtags.
Konkret besteht das Angebot derzeit aus zwölf Kinder-Hospizteams, 16 mobilen Kinder-Palliativteams, pädiatrischen Palliativbetten an fünf Krankenhäusern sowie einem stationären Kinder-Hospiz mit psychosozialer Ausrichtung, sagte Claudia Nemeth, Leiterin Hospiz und Palliative Care für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene beim Dachverband, am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien. Die Palliativteams besuchten 2022 mehr als 8.700 Mal schwerkranke Kinder, die Hospizteams absolvierten über 1.200 Besuche, in den Palliativbetten wurden 128 Patientinnen und Patienten sowie begleitende Angehörige in Krisensituationen versorgt. Das Hospiz bot 69 Kindern und ihren Familien einen Entlastungsaufenthalt. Unterstützt wird die Arbeit von vielen Ehrenamtlichen.
Die Finanzierung - zu je einem Drittel durch Bund, Länder und Sozialversicherungen - wird seit Anfang 2022 durch das Hospiz- und Palliativfondsgesetz (HosPalFG) geregelt, als Ziel ist ein bedarfsgerechter, flächendeckender Aus- und
Aufbau festgelegt. "Das Gesetz war ein Meilenstein, aber seither ist
noch nicht viel umgesetzt worden", sagte Verbandspräsidentin Barbara
Schwarz. Sie wünscht sich "mehr Transparenz über die
Umsetzungsprozesse". Zudem sei wichtig, dass die bestehenden
Organisationen über neue Qualitätsanforderungen Bescheid wissen, das
bedeute Planungssicherheit. Gerade im Bereich Kinderhospize
sei ein Ausbau nach regionalspezifischen Anforderungen dringend. Ebenso
wichtig sei die Entlastung der oft über Jahre rund um die Uhr
pflegenden Eltern. "Die Einrichtungen dafür gibt es praktisch noch
nicht", sagte Renate Hlauschek, Vorsitzende der Moki NÖ - Mobile
Kinderkrankenpflege.
Eine weitere Lücke stelle für viele Betroffene der Übergang vom Kinder- ins junge
Erwachsenenalter dar, berichtete Gabriele Hintermayer, Vorsitzende von
Moki Wien. Die Lebenserwartung von vielen schwerstkranken oder schwer
behinderten Kindern sei stark gestiegen. "Ab 18 merken die Familien,
dass es keine adäquaten Institutionen gibt", die ab dem Erwachsenwerden
übernehmen könnten, kritisierte die Expertin. Die Studentin Stella
Promussas, seit Geburt an Kongenitalem Hyperinsulinismus erkrankt, kann
das bestätigen. Zum einen müssten Eltern betroffener Jugendlicher besser
aufgeklärt und geschult werden. Zum anderen hätte sie selbst sich aber auch "eine Art Schulung" gewünscht und
mehr Anleitung, um schrittweise selbst die Verantwortung für ihr
Krankheitsmanagement übernehmen zu können. Denn mit einer Seltenen
Erkrankung wie ihrem "Antidiabetes" könne man "ein normales Leben
führen, man braucht aber viel Unterstützung".