Mit viel Niederschlag und wenig Sonne war der Mai 2023 alles andere als ein Wonnemonat.
Bei den Temperaturen war er im Vergleich zur jüngeren Vergangenheit ziemlich genau im Durchschnitt angesiedelt. "Im Vergleich zu einem durchschnittlichen Mai im Zeitraum 1991 bis 2020 lag der Mai 2023 im Tiefland und auf den Bergen Österreichs um 0,2 Grad unter dem Mittel", sagte Klimatologe Alexander Orlik von der Geosphere Austria am Donnerstag in einer Aussendung.
Eher ungewöhnlich für das aktuelle Klima ist aber Geosphere zufolge, dass in diesem Mai die 30-Grad-Marke nicht erreicht wurde. "Das kam in den letzten 30 Jahren nur ungefähr alle fünf Jahre vor", erklärte Orlik. Früher war dies hingegen öfter der Fall: Im Zeitraum 1961 bis 1990 gab es durchschnittlich jeden zweiten Mai keinen 30er.
Ähnlich wie 2020 und 2021 brachte der Mai heuer relativ wenig
Sonnenschein - in der österreichweiten Auswertung lag er 18 Prozent
unter dem Durchschnitt. Nur stellenweise in Oberösterreich,
Niederösterreich, Wien und dem Nordburgenland war die Zahl der Sonnenstunden leicht überdurchschnittlich.
Dafür regnete es oft: In der österreichweiten Auswertung brachte der Mai 18 Prozent mehr Niederschlag
als im Durchschnitt, wobei die regionale Auswertung große Unterschiede
zeigt. So war die Niederschlagsmenge zum Beispiel im Bereich der
Gurktaler Alpen und der Parndofer Platte bis zu 100 Prozent über dem Durchschnitt. Um 25 bis 50 Prozent weniger Niederschlag als im Durchschnitt brachte der Mai hingegen im Gebiet vom Mühlviertel und Waldviertel bis zum Traunviertel und Mostviertel.
Mitte
des Monats regnete es zudem stellenweise sehr stark. Um die 50
Millimeter Regen kamen Geosphere zufolge zum Beispiel in St. Pölten,
Lilienfeld und Langenlebarn (NÖ) zusammen sowie in Bad Radkersburg und Leibnitz (ST). So viel
Regen in 24 Stunden gibt es in diesen Regionen durchschnittlich alle
drei bis vier Jahre, meist in den Sommermonaten. "In einem Mai sind derartige Regenmengen deutlich seltener und kommen statistisch gesehen nur etwa alle zehn bis 20 Jahre vor", hieß es.