Der diesjährige Frühlng kam uns nicht nur nass und trüb vor: Die Geosphere Austria bilanzierte den Frühling 2023 als einen "der 15 niederschlagsreichsten und sonnenscheinärmsten" Frühling.
Die Zahl der Sonnenstunden lag um 25 Prozent unter dem Durchschnitt. "Es war somit der trübste Frühling seit dem Jahr 1991", so die Fachleute. Mit einem milden März sowie relativ kühlem April und Mai liegt er ungefähr im Durchschnitt der jüngeren Vergangenheit, war aber deutlich wärmer als ein Frühling früher.
Trübster Frühling seit 32 Jahren: Nur 25 Prozent Sonnenstunden
"Im Vergleich zu einem durchschnittlichen Frühling im Zeitraum 1991 bis 2020 lag der Frühling 2023 im Tiefland Österreichs 0,1 Grad unter dem Mittel und auf den Bergen um 0,3 Grad", sagte Klimatologe Alexander Orlik. "Im Vergleich zu einem durchschnittlichen Frühling im Zeitraum 1961 bis 1990 war der Frühling 2023 im Tiefland Österreichs um 1,3 Grad zu warm und auf den Bergen um 1,1 Grad. In der Reihe der wärmsten Frühlinge der Messgeschichte liegt 2023 im Tiefland Österreichs auf Platz 41 auf den Bergen auf Platz 37."
Frühling brachte ein Ende der Monate anhaltenden Trockenheit
Jedenfalls brachte er ein
Ende der schon Monate anhaltenden Trockenheit: Eine Serie von
Tiefdruckgebieten bescherte dem Großteil des Landes sogar sehr viel
Regen. Bei der Niederschlagsmenge rangiert der Frühling 2023 somit in
der österreichweiten Auswertung 25 Prozent über dem Mittel. "Das war der
nasseste Frühling seit dem Jahr 2006 und einer der 15 nassesten der
Messgeschichte", so Orlik.
Im Westen sorgte der Frühling schon zu Beginn für Niederschläge
Während im Westen schon zu Beginn des
meteorologischen Frühlings regelmäßig Niederschlag fiel, dauerte es
östlich von Salzburg und südlich des Alpenhauptkammes bis Mitte April,
ab da wurden die Niederschlagsdefizite nach und nach aufgefüllt. Vor
allem zwei Italientiefs (Mitte April und Mitte Mai) versorgten den sehr
trockenen Südosten und Osten mit großen Niederschlagsmengen, die
mancherorts binnen 48 Stunden bis zu 100 Millimeter erreichten.
Besonders ungewöhnlich nass war es in Vorarlberg und im Tiroler Oberland
sowie im äußersten Süden der Steiermark, im Nordburgenland und
stellenweise im Marchfeld. Hier erreichten die Abweichungen zum Mittel
1991-2020 45 bis 75 Prozent.
Schneearmut im Hochgebirge wurde wenig gelindert
Wenig gelindert wurde allerdings die
Schneearmut im Hochgebirge. Im Februar war am Sonnblick Observatorium
(Salzburg, 3.106 Meter Seehöhe) noch mit 162 Zentimeter die niedrigste
maximale Schneehöhe in einem Februar gemessen worden. "Im Mai lagen dann
am Sonnblick immerhin bis zu 369 Zentimeter Schnee. Das ist allerdings
immer noch 90 Zentimeter weniger als in einem durchschnittlichen Mai",
erläuterte der Klimatologe.
März 2023 war überdurchschnittlich warm in Österreich
Verglichen mit dem Mittel 1991-2020
traten überdurchschnittlich warme Bedingungen österreichweit überwiegend
im März auf. Dieser Monat erzielte eine Temperaturabweichung zum Mittel
von plus 1,5 Grad. Der April verlief weitgehend zu kalt. Im Mai war es
östlich von Tirol kälter als im Mittel. Zusammengefasst über das gesamte
Bundesgebiet fiel die negative Abweichung mit minus 0,1 Grad aber sehr
gering aus. Die Anomalien waren allerdings ungleich verteilt.
Oberösterreich, Niederösterreich und das Burgenland sowie die West- und
Oststeiermark waren die Regionen mit den größten negativen
Temperaturabweichungen - hier war der Frühling gegenüber dem Klimamittel
um 0,3 bis 0,7 Grad zu kalt.