Am Freitag bekärftigte die Regierung einmal mehr, dass sie keine österreichischen Soldaten zur Entminung in die Ukraine schicken wird. Man werde aber den "International Trust Fund" (ITF) mit zwei Millionen Euro unterstützen.
Der Fond werde dann der Ukraine bei der Entminung hilfen, sagte Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) am Freitag. Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) ergänzte, dass es bei dieser humanitären Hilfe wichtig sei, die "strengste Interpretation der Neutralität" einzuhalten.
Keine Soldaten, aber 2 Mio. Euro für Entminung in der Ukraine
Nehammer betonte bei einem "Entminungsgipfel" im Kanzleramt, dass es besser sei, in der Räumung von Minen erfahrene Institutionen zu unterstützen, als etwa selbst Gerät zu schicken. Denn es komme auch darauf an, welche Minen verlegt wurden. Der ITF könne dann vor Ort mit der ukrainischen Zivilschutzbehörde zusammenarbeiten.
Österreichische Soldaten bei der Entminung ausgeschlossen
Österreichische
Soldaten seien jedenfalls bei der Entminung in der Ukraine
ausgeschlossen. Um keine Eskalation des Krieges zu riskieren, gebe es
derzeit auf ukrainischem Gebiet überhaupt keine Soldaten eines
EU-Landes, betonte Nehammer.
30 Prozent des ukrainischen Staatsgebietes vermint
Der Kanzler erinnerte daran, dass 30 Prozent des ukrainischen Staatsgebietes vermint sind. Das sei eine Fläche doppelt so groß wie jene von Österreich. Die Entminung der Ukraine sei daher eine riesige Herausforderung.
Österreich muss bei all seinen Bemühungen neutral bleiben
Für
Kogler steht fest, dass Österreich bei all seinen Bemühungen neutral
bleiben muss: "Neutral sein heißt nicht, tatenlos beiseite zu treten,
wenn derartige Gefahren abzuwehren sind - etwa, wenn Kinder getötet
werden." Denn gerade Kinder seien durch die Verminung mehr als andere
betroffen.
Entminung von Feldern für Landwirtschaft von Bedeutung
Aber auch den Landwirten, die ihre Felder bestellen
wollen, müsse bei der Räumung der Minen geholfen werden. Da gehe es auch
um Lebensmittelsicherheit. Daher sei es richtig, dass die Entminung
zunächst vor allem rund um Wohnhäuser, Kindergärten, Schulen und eben
auf landwirtschaftlichen Flächen vorgenommen werde.