Umweltministerin Leonore Gewessler will die thermische Sanierung von Gebäuden fördern. Ein neuer Sanierungsbonus soll bis zu 14.000 Euro bringen.
Gewessler startet eine Werbekampagne mit dem Slogan "Österreich ist nicht ganz dicht". Mit der Kampagne wolle man die Bevölkerung über die Möglichkeiten der Sanierung informieren und die Förderfälle für thermische Sanierung verdreifachen, sagte Gewessler am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien. Eine halbe Million Häuser in Österreich seien nicht ausreichend gedämmt.
Sanieren leiste wichtigen Beitrag zum Schutz des Klimas
Oftmals
seien Wände, Fenster, Türen und Dächer, nicht ganz dicht oder nicht gut
gedämmt, so die Umweltministerin. Sanieren leiste auch einen wichtigen
Beitrag zum Schutz des Klimas, weil dadurch der Energieverbrauch für
Wärmezwecke deutlich sinke.
Der Marktforscher Branchenradar hatte
im März berichtet, dass die staatliche Förderung für thermische
Sanierung von Wohnraum nur zaghaft genutzt wird. Um die thermische
Sanierung attraktiver zu machen, hob das Klimaministerium zu
Jahresbeginn die Förderbeträge 2023 an. Die Fördersätze steigen von
maximal 30 auf maximal 50 Prozent, weiters wurden die
Sanierungspauschalen angehoben. Der Sanierungsscheck für Private (Ein-
und Zweifamilienhaus, Reihenhaus) wurde auf bis zu 14.000 Euro pro
Projekt erhöht.
Bis zu 14.000 Euro durch neuen Sanierungsbonus
Für die Jahre 2023/24 hat die Regierung für die
thermische Sanierungsoffensive für Private und Betriebe sowie die
Förderungsaktion "raus aus Öl und Gas" rund 940 Mio. Euro budgetiert.
Letztes Jahr entfielen laut Gewessler rund 20 Prozent der Förderungen
auf thermische Sanierung und 80 Prozent auf den Kesseltausch.
Der
Obmann des WKÖ-Fachverbands der Stein- und keramischen Industrie, Robert
Schmid, sieht nun gute Voraussetzung für die thermische Sanierung, weil
aus seiner Sicht Rohstoff- und Arbeitskräftemangel derzeit kein Thema
mehr ist. "Wir haben genug Material und Arbeitskräfte", sagte er bei der
gemeinsamen Pressekonferenz mit Gewessler. Die Preisentwicklung bei
Sanierungen sei auch "im Rahmen". "Es gibt keinen Grund, die thermische
Sanierung nicht anzugehen", so Schmid. Eine Gebäudedämmung rechne sich
meist in weniger als zehn Jahren und mit dem neuen Sanierungsbonus oft
deutlich schneller. "Mit einer umfassenden Sanierung lassen sich 70 bis
80 Prozent der Heizkosten einsparen", erklärte der Klima- und
Energiesprecher von Global 2000, Johannes Wahlmüller.
Kosteneinsparung als Hauptmotivation zur Sanierung
Bei einer
aktuellen Meinungsumfrage von TQS Research&Consulting nannten 44
Prozent der befragten Eigenheimbesitzerinnen und Eigenheimbesitzer
Kosteneinsparung durch weniger Energieverbrauch als Hauptmotivation zur
Sanierung. Auf die Frage, welche Gründe gegen eine Sanierungs- oder
Verbesserungsmaßnahme sprechen, verwiesen fast zwei Drittel der
Befragten auf die Komplexität und den zeitlichen Aufwand des Vorhabens.
Die Werbekampagne zum Sanierungsbonus soll während der Förderperiode 2023/24 in TV, Hörfunk, Print und online laufen. Das Kampagnenbudget für das Jahr 2023 beläuft sich auf 3,25 Mio. Euro.