Der Pensionistenverband untersützt Betroffene, ihr Recht einzuklagen und ruft zu einer Klagsaktion gegen die Pensionsaliquotierung auf.
Hintergrund ist die von FPÖ und SPÖ eingebrachte Verfassungsbeschwerde gegen die mittlerweile ausgesetzte Regelung. Mitmachen bei der Aktion "Klagen statt verzagen" können alle, die zwischen 1. Februar und 1. Dezember 2022 die Pension angetreten haben, weil sie statt der vollen Erhöhung für 2023 nur einen Teil bekommen haben.
Worum es eigentlich geht: Die Pensionsaliquotierung bedeutet, dass es vom Antrittsmonat abhängt, wie hoch die Anpassung im ersten (vollen) Pensionsjahr ausfällt. Je später im Jahr man den Ruhestand antritt, umso geringer wird die Erhöhung bzw. gibt es bei jenen, die im November und Dezember gehen, gar keine mehr. Das wirkt sich auf das gesamte weitere Leben aus und kann über die Jahre viele tausende Euro Unterschied ausmachen.
Der Präsident des Pensionistenverbands
Peter Kostelka (SPÖ) sprach am Mittwoch in einer Pressekonferenz von
sehr viel Geld, das auf der Straße liege und das einfach aufgehoben
werden könne. Der einfach Weg dorthin soll mit einer Musterklage
beschritten werden. Juristen und Juristinnen haben dafür bereits zum
Teil vorausgefüllte Anträge ausgearbeitet, die unter
http://pvoe.at/klagenstattverzagen abrufbar sind.
Um die Klage
auch einbringen zu können, muss vorher ein aktueller Bescheid der
jeweiligen Pensionsversicherung angefordert werden. Gegen
diesen richtet sich dann auch die Musterklage bei der Behörde, die
innerhalb von drei Monaten abgeschickt werden muss. "Wir gehen von einer
hohen Beteiligung aus", meinte PVÖ-Generalsekretär Andreas Wohlmuth.
"Warum? Es geht ums eigene Geld."
Auch die Chancen, vor dem VfGH
erfolgreich zu sein, stehen laut Kostelka gut. Wobei nur eine von drei
möglichen positiven Entscheidungen auch wirklich Vorteile für die
Klägerinnen und Kläger brächte. So gäbe es nämlich weder bei einer
eingeräumten Reparaturfrist, noch mit sofortiger Kundmachung "keinen
Cent" für die Betroffenen. Der VfGH müsste das Gesetz schon rückwirkend
aufheben, so der Pensionistenverbands-Präsident.
Warum lediglich der Pensionistenverband diese Aktion alleine durchführt und nicht etwa der überparteiliche Seniorenrat, der ebenso gegen die Aliquotierung stimmte, begründete Wohlmuth damit, dass man eben innovativ sei. Ein weiteres Mal betonte er außerdem, dass der einst der SPÖ zugerechnete Verein mittlerweile formal unabhängig sei. Aus diesem Grund wollte Kostelka auch keine Frage zum derzeitigen SPÖ-Führungsstreit beantworten, obwohl er dem Vorstand der Partei angehört.