Die anhaltende Feuchtigkeit setzt den Jungstörchen im burgenländischen Rust zu.
Die Nester sind durchnässt, damit steigt die Gefahr von Krankheiten, erklärte Igor Smrtnik, Obmann des örtlichen Storchenvereins, am Freitag gegenüber der APA. Er hofft, dass möglichst alle der 23 Storchenpaare dieses Jahr in Rust brüten und ihre Jungen durchbringen.
Die Regenfälle der vergangenen Tage
füllten den Neusiedler See wieder etwas auf. Am Freitag belief sich der
Wasserstand auf 115,18 Meter über Adria. Das ist annähernd jener vom
Vorjahr (115,21), allerdings war auch dieser Wert ein historischer
Tiefststand. Christian Sailer, Leiter der "Task Force Neusiedler See",
stellte fest: "Der Regen bringt Entspannung." Positiv wirkte sich dieser
vor allem auch auf das für die Region so wichtige Grundwasser aus: "Der
Boden war schon gesättigt, daher trägt der Niederschlag zur
Grundwasserbildung bei." Die Regenmengen im Mai lagen bereits über den
Durchschnittswerten für dieses Monat im Burgenland, so Sailer.
Das
Futterangebot für die Störche in der Region war bereits vorher
ausreichend auf den Wiesen vorhanden, meinte Smrtnik. Problematisch ist
die anhaltende Feuchtigkeit allerdings für die Storchenbabys, denn
geschwächte, kranke Jungtiere werden von ihren Eltern aus dem Nest
geworfen. Derzeit sei dies noch nicht der Fall gewesen, der
Vereinsobmann fürchtet jedoch, es könnte noch "Nachwehen" geben. Im Lauf
des Freitags soll in der Region noch die Sonne scheinen, wodurch die
Nester hoffentlich trocknen, so der Obmann.
Gezählt wurden
inzwischen 23 Pärchen. Anders als in früheren Jahren kommen die Vögel
nun nicht mehr alle auf einmal in Rust an, sondern über Wochen verteilt.
Smrtnik hofft, dass sie alle auch zu Brutpaaren werden. Vergangenes
Jahr zählte der Verein 53 Jungstörche. Ein Storchenpaar gibt es heuer
sogar in der Storchenstation des Vereins, sie bekamen zwei Junge,
berichtete Smrtnik.