Vom 6. bis 9. Juni 2024 findet die nächste Europawahl statt.
Die nächste Europawahl findet vom 6. bis 9. Juni 2024 statt. Darauf einigten sich die Botschafter der EU-Staaten am Mittwoch in Brüssel, wie die zuständige schwedische Ratspräsidentschaft mitteilte. Die Entscheidung muss noch formell bestätigt werden. Dies ist für kommenden Montag vorgesehen.
Europawahl: Europa wählt vom 6. bis 9. Juni 2024 wieder
Die Zeitspanne von mehreren Tagen gilt für alle EU-Mitgliedstaaten.
Das genaue Datum muss in Österreich von der Bundeswalbehörde festgelegt
werden. Wie in den meisten Mitgliedstaaten wird in Österreich
üblicherweise an einem Sonntag gewählt. Damit dürfte die Wahl in
Österreich am 9. Juni 2024 stattfinden.
Wahlen zum EU-Parlament alle fünf Jahre
Die Wahlen zum Europäischen Parlament finden alle fünf Jahre statt. Die vorherige Europawahl
war im Mai 2019. Damals legten sowohl rechte und rechtsradikale
Parteien zu, allerdings konnten auch Grüne und Liberale kräftige Gewinne
verbuchen. Christdemokraten und Sozialdemokraten erreichten ein
historisches Tief. Das Europaparlament sitzt in Straßburg und Brüssel.
Zahl der Abgeordneten pro Land hängt von Bevölkerungszahl ab
Wie
viele Abgeordnete ein Land stellt, hängt von der Bevölkerungszahl ab.
Kleinere Länder bekommen verhältnismäßig mehr Sitze als große Staaten.
Derzeit stellen die Länder Malta, Luxemburg, Zypern 6 Abgeordnete,
Deutschland als bevölkerungsreichstes Land 96 Parlamentarier, Österreich
hat 19.
Abgeordnete treten oft nach Wahl länderübergreifenden Fraktionen bei
Bei der Wahl treten zwar nationale Parteien an, die
meisten Abgeordneten treten nach der Wahl aber einer
länderübergreifenden Fraktion bei. Die meisten nationalen Parteien sind
auch Mitglied einer europäischen Partei. Nach der Wahl wählt das
Parlament den neuen Präsidenten oder die neue Präsidentin der
Europäischen Kommission. Die Kommission ist das Exekutivorgan der EU:
eine Art Kabinett mit jeweils einem Vertreter aus jedem Mitgliedstaat.
Sie erarbeitet Vorschläge für neue Gesetze.
Seit Juli 2019 ist Ursula von der Leyen EU-Kommissions-Präsidentin
Im Juli 2019 wurde die
CDU-Politikerin Ursula von der Leyen zur Präsidentin der Kommission
gewählt. Vor der Abstimmung im Straßburger Europaparlament gab es Unmut,
weil von der Leyen keine Spitzenkandidatin bei der Europawahl
war. Die Staats- und Regierungschefs übergingen die Spitzenkandidaten
Manfred Weber von der Europäischen Volkspartei (EVP) und Frans
Timmermans von den Sozialdemokraten.
Spitzenkandidaten-Prinzip ist nicht rechtlich verankert
Das Spitzenkandidaten-Prinzip
ist nicht rechtlich verankert, wird aber von EU-Politikern befürwortet,
um die Rolle des Parlaments bei zentralen Personalentscheidungen zu
stärken. Demnach soll der Politiker Kommissionspräsident werden, der als
Spitzenkandidat die meisten Stimmen bekam. Zum Tragen kam dieses
Prinzip bisher nur 2014, als der Luxemburger Jean-Claude Juncker gewählt
wurde.