Die Reiselust der Österreicher scheint durch die hohe Inflation nicht getrübt zu werden.
Acht von zehn Befragten wollen heuer im Sommer zumindest einmal verreisen, wie eine Umfrage des ÖAMTC zeigt. Allerdings passt mehr als ein Drittel sein Reiseverhalten der Teuerung an: Sie weichen auf die Nebensaison aus, wählen günstigere Unterkünfte oder Reiseziele oder verreisen nur innerhalb Österreichs.
Neun Prozent der Befragten haben nicht vor zu verreisen, 13 Prozent sind laut Umfrage noch unentschlossen. Der am häufigsten genannte Grund dafür ist die persönliche finanzielle Situation.
Die Hälfte der
befragten Urlauber veranschlagt ein ähnliches Budget wie üblich, wobei
besonders junge Reisende unter 30 heuer mehr Geld ausgeben wollen als
sonst. Das durchschnittliche Urlaubsbudget für den Sommer 2023 liegt
laut Umfrage bei rund 1.070 Euro pro Kopf. Gut ein Fünftel der
Befragten plant heuer mit einem höheren Budget, ein Fünftel mit weniger
Geld für Reisen. Ältere Reisende ab 60 Jahren planen mit gut 1.300 Euro
pro Person ein überdurchschnittlich hohes Budget ein. Familien mit
Kindern veranschlagen dagegen mit rund 800 Euro pro Kopf deutlich
weniger als der Durchschnitt.
Die
meisten Befragten zieht es im heurigen Sommer an den Strand und ans
Meer. Je ein Viertel möchte am See, in den Bergen und in der Stadt Urlaub machen. Die beliebtesten Reiseziele sind Italien, gefolgt von Kroatien und Deutschland. 42 Prozent der Befragten planen einen Urlaub innerhalb von Österreich - besonders beliebt für den Urlaub "daheim" sind Steiermark und Kärnten.
Einige Reisende beziehen das Thema Nachhaltigkeit zunehmend in ihre Urlaubsplanung ein. Für mehr als ein Drittel der
Befragten hat Nachhaltigkeit beim Reisen einen hohen Stellenwert. 41
Prozent dieser Gruppe wollen statt mit dem Flugzeug oder dem Auto mit der Bahn oder dem Fernbus in den Urlaub fahren. 36 Prozent achten bei der Auswahl des Reiseziels auf Nachhaltigkeit, 28 Prozent wollen bei der Art der
Unterkunft und dem Verhalten vor Ort auf nachhaltige Maßnahmen setzen.
"Die Beachtung von Nachhaltigkeit steigt mit dem Alter an und vor allem
Alleinreisende achten verstärkt darauf, ihren Urlaub nachhaltiger zu
gestalten", so ÖAMTC-Reiseexpertin Yvette Polasek.
Laut einer im Fachmagazin "Nature Climate Change" veröffentlichten Studie verursacht der Tourismus acht Prozent der
weltweiten Treibhausgasemissionen. Ein Großteil davon entfällt auf die
An- und Abreise. Das Umweltbundesamt empfiehlt daher Reiseziele in der Nähe zu bevorzugen, Flugreisen und Kreuzfahrten zu vermeiden und Reiseanbieter mit Umwelt- und Sozialstandards zu wählen.
Der ÖAMTC hat 1.000 Personen zu ihrer Urlaubsplanung befragen lassen. Die Ergebnisse der Online-Umfrage sind laut ÖAMTC repräsentativ für die österreichische Bevölkerung zwischen 16 und 69 Jahren.