Weiterhin sorgt ein höherer Bildungsabschluss für mehr Chancen am Arbeitsmarkt, so die Statistik Austria am Dienstag. Das Bildungsniveau der österreichischen Bevölkerung steigt unterdessen weiter stetig an.
"Während sich der Anteil an Hochschul- und Akademieabsolvent:innen seit 1981 mehr als vervierfacht hat, hat sich der Bevölkerungsanteil mit höchstens Pflichtschulausbildung mehr als halbiert. Damit liegt Österreich im europäischen Mittelfeld", so Statistik Austria-Chef Tobias Thomas am Dienstag.
Die Arbeitslosenquote liegt bei Personen im Alter von 15 bis 74 Jahren mit höchstens Pflichtschulabschluss bei 11,7 Prozent, jene mit einem BMS- oder Lehrabschluss bei 3,5 Prozent. Bei Absolventen höherer Schulen liegt die Arbeitslosenquote bei 4,6 Prozent und bei Personen mit einem Hochschulabschluss bei 3,3 Prozent. Laut Thomas ist die Lehre ein "Beschäftigungsturbo", denn hierbei gelinge der Berufseinstieg am schnellsten, "weil viele nach dem Lehrabschluss ihre Karriere im Unternehmen fortsetzen".
Der Berufseinstieg erfolge generell unterschiedlich: Am kürzesten dauert er bei Personen mit einem Lehrabschluss, die innerhalb von 32 Tagen nach Abschluss ihre erste Erwerbstätigkeit beginnen. Nach der BHS gelingt der Berufseinstieg 119 Tage nach dem Abschluss. Für Personen, die höchstens die Pflichtschule abgeschlossen haben, dauert es mit 234 Tagen bis zur ersten Erwerbstätigkeit am längsten, geht aus der aktuellen Publikation "Bildung in Zahlen 2021/22" der Statistik Austria hervor.
Auffallend ist: Die betriebliche Weiterbildung ist im Coronajahr 2020 deutlich zurückgegangen. 79,3 Prozent der Unternehmen ab zehn Beschäftigten waren im Jahr 2020 weiterbildungsaktiv. Im Vergleich zu 2015 (88,1 Prozent) fällt der Rückgang von 9 Prozentpunkten in Österreich größer aus als im EU-Durchschnitt (minus 3 Prozentpunkte), rechnet die Statistik Austria vor.