Am Monatg hat Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) die neue Klimastrategie des Landes präsentiert.
Diese umfasst rund 120 Maßnahmen. Unter anderem soll die Bodenversiegelung hintangehalten und eine Speicherlösung für erneuerbare Energien gefunden werden. Weitere Schwerpunkte liegen bei der Landwirtschaft und in den Schulen. "Das Ziel heißt Klimaneutralität bis 2030", betonte Doskozil.
Bei der Versorgung mit erneuerbarer Energie, insbesondere über die regionalen Energiegemeinschaften, sei das Speichern die Schlüsselfrage, meinte der Landeshauptmann. Sonnenstrom, der auch zur Verfügung stehe, wenn die Sonne gerade nicht scheine, könne die Versorgungsquote erhöhen. Im Juni soll im Rahmen der bestehenden Kooperation mit dem deutschen Batteriehersteller CMBlu der erste Speicher organischer Basis in Schattendorf (Bezirk Mattersburg) in den Versuchsbetrieb gehen.
Um
die Bodenversiegelung zu reduzieren, sind eine Aufforstungs- und eine
Entsiegelungsprämie geplant. Außerdem sollen Wirtschafts- und
Industriegebiete künftig für einen ganzen Bezirk an einem Standort
errichtet werden, um große Wirtschaftsparks in den einzelnen Gemeinden
zu verhindern. Im Bereich der Landwirtschaft setzt das Land weiter auf
regionale und biologische Lebensmittel.
Ziel sei es, die
Bevölkerung durch Anreize auf den Weg zur Klimaneutralität mitzunehmen,
sagte Doskozil. Dafür sei es wichtig, den Klimaschutz in die Schulen zu
bringen. Im Burgenland gebe es dazu zahlreiche Projekte, letztlich müsse
aber das Bildungsministerium die "historisch gewachsene Stundentafel
endlich aufbrechen", forderte der Landeshauptmann. "Bildung soll nicht
mehr so stattfinden wie vor 30 oder 40 Jahren."
Mit der
Klimastrategie wurde auch ein Berechnungstool entwickelt, das aufzeigen
soll, wie groß das Potenzial einzelner Maßnahmen zur Einsparung von
CO2-Emissionen ist, erläuterte Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid
Eisenkopf (SPÖ). Die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern, die
derzeit bei 50 Prozent liegt, soll im Burgenland bis Jahresende auf 40
Prozent reduziert werden, hob Stephan Sharma, Vorstandsvorsitzender der
Burgenland Energie, hervor. Privatpersonen, Gemeinden und Unternehmen
sollen Energie künftig mit Wind, Sonne, Wasserstoff und Speicher selbst
produzieren. Die Umstellung des Energiesystems werde knapp 4,5
Milliarden Euro kosten, sich aber nach ungefähr neun Jahren rechnen.
Derzeit zahle man nämlich eine halbe Milliarde pro Jahr für
Energieimporte, argumentierte Sharma.
Die Umsetzung der Klimastrategie soll wissenschaftlich begleitet werden - wie genau werde derzeit noch erarbeitet, sagte Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb. Insgesamt sei die Strategie "bemerkenswert", zumal sie sich auch an den UNO-Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals) orientiere, betonte Kromp-Kolb.