Am Mittwoch verlangte die SPÖ eine Sondersitzung des Nationalrats zum Thema Teuerung am Freitag.
Eröffnet wird die Sitzung um 9 Uhr, ab 12 Uhr erfolgt die Debatte über die zu erwartende Dringliche Anfrage bzw. den zu erwartenden Dringlichen Antrag mit dem Titel "Totalversagen der Bundesregierung im Kampf gegen die Teuerung", teilte die Parlamentskorrespondenz mit.
Mittwochfrüh hatte SPÖ-Vizeklubchef Jörg Leichtfried noch Druck gemacht und eine Blockade von ÖVP und Grünen gegen eine Sondersitzung noch diese Woche geortet. "Selber bringt die Regierung monatelang nichts zustande, um die Inflation zu bekämpfen, will aber offensichtlich auch nicht, dass der Nationalrat aktiv wird", so sein Protest. Zuletzt hat die SPÖ auch einen Misstrauensantrag gegen die gesamte Bundesregierung in Aussicht gestellt - ein Instrument, zu dem auch die FPÖ greifen will.
Die NEOS sehen sowohl die Landes- als auch die Bundespolitik in der
Pflicht und sehen drei Ansatzpunkte, um die Inflation zu senken
beziehungsweise die Kaufkraft der Bevölkerung zu erhöhen. Der erste
Bereich seien die Landesenergieversorger, dies sich laut
NEOS-Wirtschaftssprecher Gerald Loacker "hier bereichern". Für die
Verbraucher gingen die Preise in die Höhe, gleichzeitig schrieben die
Energieversorger 2022 enorme Gewinne. Die Landeshauptleute der einzelnen
Bundesländer, die in unterschiedlicher Weise an den Versorgern
beteiligt sind, könnten hier laut NEOS über ihr Beteiligungsmanagement
ansetzen und Druck auf die Preispolitik der Energiekonzerne machen statt
nur darauf zu warten, dass der Bund aktiv wird. Das wäre freilich mit
Mindereinnahmen verbunden. "Nehmen Sie die Landeshauptleute in die
Pflicht", rief Loacker am Mittwoch im Vorfeld eines Pressegesprächs auf.
Ein
Bereich, wo die Bundesregierung sehr wohl eingreifen müsse, sei das
Einkommen. "Die Menschen, die arbeiten, sind so zu entlasten, dass ihnen
mehr von ihrem Geld bleibt", sagte Loacker. Nicht nur die
Einkommensteuer auch die Kapitalertragsteuer auf Sparguthaben gehörten
gesenkt. "Das wirkt auf die Preise auch entlastend." Und letztlich
brauche es "eine gezielte Sozialpolitik, um die bedürftigen Haushalte zu
entlasten", so der Wirtschaftssprecher.