Das Comeback der Ambulanzgebühr stößt auf breite Ablehnung. Diese sei schon einmal gescheitert, man brauche bessere Versorgungsangebote mit klaren Patientenwegen.
Die Forderung aus der Angestellten-Kurie der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) nach einer Rückkehr der Ambulanzgebühr stößt auf Widerstand. Der aktuelle Vizeobmann und Arbeitnehmervertreter in der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK), Andreas Huss, reagierte am Mittwoch ebenso verärgert wie Barbara Teiber, Vorsitzende der Gewerkschaft GPA. Die Ärztekammer selbst wies darauf hin, dass nicht sie selbst dies verlange, sondern bisher nur die Kurie.
Ausgegangen war die Debatte von Harald Mayer, zweiter Vizepräsident der ÖAK und Obmann der Bundeskurie für angestellte Ärzte. Er forderte in der "Presse" einen "Vollkostenersatz" - ohne Ausnahmen, sofern sich die Patienten nicht an einen vorgegebenen "Pfad" halten. Wer nicht ein entsprechendes Schreiben eines Haus- oder Facharztes bzw. der Gesundheitshotline vorweisen kann, soll nach Vorstellungen Mayers sämtliche in einer Spitalsambulanz anfallenden Kosten - das kann bis zu mehreren tausend Euro gehen - für Untersuchungen und Behandlungen selbst bezahlen, und das ohne Deckelung.
GPA-Chefin Teiber, die auch Mitglied des ÖGK-Verwaltungsrats ist, lehnte das am Mittwoch vehement ab. "Die Ärztekammer, die sonst jede Weiterentwicklung des Gesundheitssystems blockiert, verlangt jetzt hohe Ambulanzgebühren, um Patientinnen und Patienten zu bestrafen. Das ist an Chuzpe kaum zu überbieten", meinte sie in einer Aussendung und attestierte der Kammer, amerikanische Zustände herbeizusehnen. Natürlich müssten Patientenströme besser gesteuert werden, Strafen seien aber der völlig falsche Weg.
Ähnlich
ablehnend zeigte sich auch Huss. "Die Ambulanzgebühr ist schon einmal
gescheitert, auch diesmal ist das Scheitern vorprogrammiert", erklärte
er. Stattdessen sollte man den Menschen gute Versorgungsangebote in
Primärversorgungszentren mit klaren Patientenwegen offerieren und
generell die niedergelassene/ambulante Versorgung so auszubauen, dass
sie für die Menschen eine attraktive Alternative zu Spitalsambulanzen
darstelle,