Österreich will mit Italien eine gemeinsame Asylpolitik vorantreiben. Außenminister Schallenberg ruft die EU-Partner zur Zusammenarbeit in Sachen Migration auf.
"Beim Besuch von Bundeskanzler Karl Nehammer in Rom am Dienstag wurde betont, dass wir mit unseren italienischen Freunden zusammenarbeiten wollen. Wir wollen eine gemeinsame Asylpolitik, die wirklich funktioniert, um nicht alle zwei bis drei Jahre mit neuen Migrationskrisen konfrontiert zu werden, während der Rest Europas tatenlos zusieht", betonte Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) bei der Konferenz "The State of The Union" am Freitag in Florenz.
Europa habe bisher nur in bestimmten Situationen Einigkeit und Solidarität gezeigt, wie etwa im Krieg in der Ukraine, nicht aber zum Beispiel bei der Migrationsfrage. "Jetzt gibt es eine Krise in Italien, aber die meisten anderen Länder schauen passiv zu. Letztes Jahr hatte Österreich den höchsten Prozentsatz an Asylbewerbern pro Kopf in Europa, jetzt müssen andere Länder mit dieser Situation fertig werden. Das nächste Mal könnten die Slowakei oder Spanien an der Reihe sein", so Schallenberg weiter. Er rief die EU-Partner dazu auf, "mehr miteinander zu reden" und gemeinsame Notlagen nicht zu unterschätzen.
Bundeskanzler Nehammer war am Dienstag zu einem Arbeitsgespräch mit der italienischen Premierministerin Giorgia Meloni gereist. Dabei bekräftigten die beiden Regierungschefs die Absicht zur Zusammenarbeit in Europa zur Bewältigung der Migrationsproblematik.