Die Aufarbeitung des 2017 aufgeflogenen Baukartells geht weiter, die Gebrüder Haider müssen eine Strafe von 3,5 Mio. Euro zahlen.
Im April sei von der Bau-Firmengruppe Gebrüder Haider eine Geldbuße in Höhe von 3,51 Mio. Euro anerkannt und der Sachverhalt außer Streit gestellt worden, teilte die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) am Donnerstag mit. Drei Gesellschaften der Gebrüder Haider waren laut BWB an dem Baukartell beteiligt, bei dem es um Preisabsprachen, Marktaufteilungen und Informationsaustausch mit Mitbewerbern ging.
Die Kartellteilnehmer tauschten sich über öffentliche Bauausschreibungen aus, mit dem Ziel, Wettbewerb zu minimieren oder auszuschließen sowie sich gegenseitig zur Erteilung von Aufträgen zu verhelfen und so Marktanteile zu sichern. Betroffen von den Kartellabsprachen seien vorwiegend Straßenbauvorhaben im Zusammenhang mit Mischgutanlagen und punktuell Bauvorhaben im Hochbau gewesen, hieß es von der BWB. Räumlich seien die Bundesländer Niederösterreich, Kärnten und Steiermark sowie vereinzelt andere Bundesländer betroffen.
Heute,
Donnerstag, wurde laut BWB ein konkretisierter Geldbußenantrag gegen
drei Gesellschaften der Gebrüder Haider eingebracht, die operativ im
Baubereich tätig sind und ein Anerkenntnis seitens Gebrüder Haider dem
Kartellgericht vorgelegt. Die Firmengruppe Gebrüder Haider hat nach
Angaben der BWB nun ein zertifiziertes Compliance-System eingeführt und
weitere Maßnahmen gesetzt, um zukünftige Zuwiderhandlungen gegen das
Kartellverbot hintanzuhalten.
Aufgrund des Baukartells wurden bereits gegen einige Bauunternehmen in Österreich Geldstrafen verhängt. Die höchste Geldbuße entfiel auf Porr (62,35 Mio. Euro), gefolgt von Strabag (45,37 Mio. Euro), Habau (26,33 Mio. Euro) und Pittel + Brausewetter (4,8 Mio. Euro).