Bundeskanzler Karl Nehammer sprach sich für Vielfalt und gegen Zentralismus in der EU aus.
Die europäischen Gründerväter seien sich bewusst gewesen, "dass Europa Vielfalt bedeutet", sagte Nehammer am Donnerstag zum Festakt "Europa - Gemeinsam für Demokratie, Frieden und Souveränität" im Parlament in Wien anlässlich des Europatags am kommenden Dienstag.
Jeder Staat habe eine besondere Geschichte, so Nehammer. "Wir werden niemals in einem schablonenhaften System wie die Vereinigten Staaten zusammenpassen." Es sei wichtig, auf Vielfalt innerhalb der EU zu schauen und Rücksicht zu nehmen, sagte der Kanzler, der sich selbst als "glühenden Europäer" bezeichnete.
Gleichzeitig sei er auch ein
"leidenschaftlicher Kämpfer" für Subsidiarität und das Vielfältige und
nicht für das Zentrale, so Nehammer. Dies müsse auch im Vordergrund
stehen, "damit gebe ich Europa eine Chance" zu wachsen. Das Ringen um
Konsens sei in der EU schwierig, so Nehammer. Dies sei aber "der
Mehrwert von Demokratie und Vielfalt". Der Kanzler sprach sich auch
dagegen aus, dieses Streben um Konsens durch mehr
Mehrheitsentscheidungen im EU-Rat zu ersetzen.
Nehammer: "Europa ist tatsächlich gut. Es ist viel mehr als ein Wort, als ein Vertrag." Die Europäische Union sei der Beweis, dass Mensschen tatsächlich aus der Geschichte lernen können.