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Niedriger Wasserstand im Neusiedler See: Innovationen gefordert

3-05-2023, 13:40

Angesichts des niedrigen Wasserstands im Neusiedler See hat Tourismusforscher Peter Zellmann Innovationen von Tourismus- und Freizeitwirtschaft in der Region gefordert.

Betriebe müssten sich auf alle Szenarien - auch auf eine mögliche Austrocknung - vorbereiten und das Angebot erweitern. Potenzial sieht Zellmann unter anderem bei Radtouren, Reiten, Golf, Wandern und Wellness. Derzeit sei die Bedeutung des Neusiedler Sees groß: "In der Region brauchen ihn alle."

Neusiedler See: Tourismuswirtschaft sei "unersetzbar"

Die Tourismus- und Freizeitwirtschaft sei rund um den See "unersetzbar". Für ein nachhaltiges Konzept für die Zukunft regte Zellmann, Leiter des Wiener Instituts für Freizeit- und Tourismusforschung, einen moderierten Prozess mit monatlichen Treffen über zwei Jahre an. Als kurzfristige Lösung für Segler und Wassersportler sei der Umstieg auf Boote und Boards mit wenig Tiefgang möglich. Außerdem seien naturnahe Freibäder, in denen der See wie in Rust hauptsächlich als Kulisse dient, eine Alternative.

Eine Wasserzuleitung sollte laut Zellmann diskutiert werden: "Den See als Wasseroberfläche, als Kulisse zu erhalten, ist durchaus eine natur- und umweltfreundliche Alternative, die unter Umständen machbar ist." Der Neusiedler See habe für die gesamte Region eine große Bedeutung - für Segler und Fähren sowie für Tourismus- und Freizeitwirtschaft. Von Letzterer seien auch andere Wirtschaftsbereiche abhängig, etwa der Bäcker, der mit Hotellerie und Gastronomie Umsatz mache, und der Tischler, der diesem das Geschäft einrichte, meinte Zellmann.

Innovationen von Tourismuswirtschaft gefordert

Er plädierte außerdem für einen stärkeren Fokus auf Kulturtourismus, der unabhängig vom Wasserstand im Neusiedler See sei. Von der Politik forderte der Tourismusforscher, die Rahmenbedingungen für die Entwicklung der Region festzulegen. Für die Zukunft gebe es drei Szenarien: einen weiter sinkenden, einen gleichbleibenden und einen steigenden Wasserstand. Ersteres sei am wahrscheinlichsten, aber alles denkbar: "Wir sollten uns von Übertreibungen und Panik, aber auch von Unterschätzung in unserer Planung der nächsten Jahre unabhängig machen", betonte Zellmann.

Peter Nemeth, Präsident der burgenländischen Wirtschaftskammer, forderte im Rahmen des von der Kammer veranstalteten Impulsvortrags, dass "alle Verantwortlichen im Land und Bund zusammenarbeiten, anpacken, um den See zu erhalten und den Wirtschaftsstandort mit seinen Arbeitsplätzen zu sichern". Der Neusiedler See sei wichtig für die Wirtschaft, für die Hotels, Restaurants, Freizeitbetriebe, den Lebensmittelhandel, die Weinwirtschaft und zahlreiche andere Bereiche. "Mit den Betrieben würden tausende Arbeitsplätze im Burgenland verloren gehen", betonte Nemeth.

(APA/Red)

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