Bei der Nationalratssitzung am Donnerstag wollen die NEOS die Personalnot in Österreich in den Fokus rücken.
In einem Dringlichen Antrag wird die Partei "mehr Netto von weniger Brutto", eine flächendeckende Kinderbetreuung, die Aufwertung von Lehrberufen und eine "echte Einwanderungsstrategie" fordern, wie der stellvertretende NEOS-Klubobmann Nikolaus Scherak bei einer Pressekonferenz ausführte. Kritik an der Gesundheitspolitik der Regierung äußerte auch die FPÖ.
Kaniak zeigte sich empört über Abwesenheit des Gesundheitsministers
Empört
zeigte sich FPÖ-Gesundheitssprecher Gerhard Kaniak darüber, dass bei
der morgigen "Aktuellen Stunde" über die Krise im Gesundheitswesen der
Gesundheitsminister gar nicht anwesend sein werde. Somit werde dieser
auch nicht den "6-Punkte-Plan" für das Gesundheitssystem der FPÖ hören,
bestehend aus Evaluierung des Personalbedarfs, finanzieller Fairness,
Entbürokratisierung, Weiterbeschäftigung Älterer, ein flächendeckendes
Stipendiensystem sowie der Einbindung von Wahlärzten.
Auf Weiteres
ging bei einer Pressekonferenz am Mittwoch FPÖ-Generalsekretär
Christian Hafenecker ein. So wird morgen etwa der
ÖVP-Korruptions-Untersuchungsausschuss endgültig begraben, aufgrund
eines "Foul der Neos", so Hafecker. Diese seien "politisch eingekauft"
worden, und hätten geholfen den Ausschuss noch vor der Landtagswahl in
Niederösterreich zu beenden, rollte er das von vielen als unrühmlich
betrachtete Ende des Ausschusses noch einmal auf. "Die Bürger haben das
durchschaut und die NEOS dafür in Salzburg abgestraft".
NEOS fordern Maßnahmen gegen Personalnot in Österreich
Von der
"Einheitspartei aus ÖVP, SPÖ, Grünen und NEOS" niedergestimmt worden sei
bereits ein Antrag der FPÖ auf einen "Covid-U-Ausschuss". U-Ausschüsse
könnten aber durch eine Minderheit von 25 Prozent der Abgeordneten
einberufen werden, "ich bin zuversichtlich, dass wir Freiheitlichen das
zukünftig alleine können", verwies er auf die derzeitigen blauen
Höhenflüge in Umfragen zur nächsten Nationalratswahl.
Besiegelt
werden wird morgen auch das Aus der "Wiener Zeitung". Es gebe "überhaupt
keinen Anlass, die älteste Zeitung der Welt auf diese Art und Weise
zugrunde zurichten". In Hinblick auf die Finanzierung habe sich die
Zeitung "zwar einmal den Fuß verstaucht, dieses neue
Gesetz ist aber nichts anderes als ihr beide Füße zu amputieren, sie an
einen Herzschrittmacher anzuschließen und den Schalter dafür im
Bundeskanzleramt aufzustellen", ortete er Möglichkeiten zur politischen
Einflussnahme.
Fünf Prozent aller Stellen in Österreich unbesetzt
Fünf Prozent aller Stellen in Österreich seien
unbesetzt, im Vergleich zu 2,6 Prozent im EU-Durchschnitt, so Scherak,
der Österreich als "Land des Arbeitskräftemangels" titulierte. Steuere
man nicht gegen, komme das Land auf über 360.000 offene Stellen bis zum
Jahr 2040.
"Mitarbeiter verdienen zu wenig und kosten zu viel",
pochte Scherak darauf, den Menschen weniger Steuern abzunehmen. Die
Bundesregierung kritisierte er dafür, die Inflation mit "Geldgeschenken"
mitzubefeuern. Vollzeitarbeit müsse sich wieder auszahlen. Eine
flächendeckende Kinderbetreuung solle indes für "echte Wahlfreiheit" für
Familien und vor allem für Frauen, die einen Großteil der
Kinderbetreuung übernehmen, ermöglichen.
Zwei Drittel der Mangelberufe waren Lehrberufe
Knapp zwei Drittel der Mangelberufe seien im letzten Jahr Lehrberufe gewesen. Scherak forderte deshalb eine Aufwertung und Entbürokratisierung des Lehrberufs. Klein- und Mittelbetriebe (KMU) sollen für bis zu fünf Lehrlinge eine Förderung bekommen, damit Lehrstellen erhalten bleiben. Man brauche Fachkräfte in unterschiedlichen Bereichen und ohne bürokratische Hürden, plädierte er für eine "echte Einwanderungsstrategie". Das Vorbild für die NEOS bleibt Kanadas Punktesystem, das Qualifikationen von Einwanderern bewertet. Das österreichische Veto gegen einen Schengen-Beitritt von Rumänien und Bulgarien ist für Scherak "lächerlich", es vergraule jene, die in Österreich einer Arbeit nachgehen wollen.