Laut dem Gesundheits- und Krankenpflegeverband (ÖGKV) steht das Gesundheitssystem vor dem Zusammenbruch.
Die Notfallversorgung sei entgegen anderslautender Beteuerungen nicht mehr gesichert, hieß es am Donnerstag in einer Aussendung. Der Personalmangel habe schon Menschenleben gekostet. Bereits zwei Patienten mussten so lange auf die Versorgung in einer Notfallambulanz warten, dass sie in der Zwischenzeit, vom Personal unbemerkt, verstorben sind, berichtet demnach eine Pflegerin.
Eine weitere Kollegin spricht von unhaltbaren Zuständen in der stationären psychiatrischen Versorgung, wurde weiter erläutert. Der Stationsbetrieb müsse an manchen Tagen von einer Diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegerin und einer Auszubildenden aufrechterhalten werden. Laut Plan sollten dort drei Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen Dienst versehen.
"Es tritt
jetzt ein, was lange prognostiziert wurde. Das Gesundheitssystem bricht
zusammen", betonte ÖGKV-Präsidentin Elisabeth Potzmann. Rasche Lösungen
werde man jetzt nur durch den Einsatz von Geld verwirklichen können. Im
Zusammenhang mit der Ärzteschaft seien höhere Gehälter zum Teil bereits
umgesetzt worden. Das ist auch für den Pflegebereich unerlässlich, will
man Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter halten bzw. zurückgewinnen,
forderte Potzmann.
Mittelfristig müsse endlich angegangen werden,
was bereits seit Jahrzehnten gefordert wird. "Das Gesundheitssystem in
Österreich muss neu gedacht und die zentrale Rolle der professionellen
Pflege im neuen System anerkannt werden." Dazu muss die professionelle
Pflege mehr Kompetenzen, mehr Geld und mehr Mitspracherecht bekommen.
Eines sei aber sicher: An die Standards, welche die Menschen in
Österreich von ihrem Gesundheitssystem gewohnt waren, wird man in den
kommenden Jahren nicht mehr herankommen, meinte Potzmann.