Vom 9. bis 11. Mai finden die Wahlen zur Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) statt. Diesmal steht auch die Liste "Who the F*uck is Herbert" zur Wahl.
Neben den acht Fraktionen, die bereits im 55-köpfigen österreichweiten Studentenparlament vertreten sind, steht diesmal auch zur Wahl. Um eine Spaßliste handelt es sich trotz des Namens aber nicht, wie Spitzenkandidat Julian Gredinger betont. Ziel der Liste sei, ÖH und Hochschulen moderner zu machen.
"Who the F*ck is Herbert" steht bei ÖH-Wahl auf Stimmzettel
Geht es nach der Gruppierung, die nur aus Gredinger und "einer Handvoll motivierter Leute" besteht, soll die Bundes-ÖH verstärkt zur Servicestelle werden. Alle Services und Dienstleistungen der Bundes-ÖH sollten künftig übersichtlich und zentral gebündelt an einer Stelle angeboten werden, idealerweise in Form einer App. Auch Anträge für Stipendien oder Familienbeihilfe könnten über ein Portal der ÖH abgewickelt werden, schildert Gredinger im APA-Gespräch.
Keine Erläuterung zum Namen "Who the F*uck is Herbert"
Ein
weiterer Schwerpunkt der Gruppierung - konkrete Erläuterungen zu Sinn
und Bedeutung des Listennamens "Who the F*ck is Herbert" gab es auf
APA-Anfrage nicht - ist die Digitalisierung der Hochschulen. Während der
Coronapandemie habe man gesehen, welche Erleichterungen das Streamen
bzw. hybride Abhalten von Lehrveranstaltungen für Studierende mit Job
oder Betreuungspflichten gebracht habe. Auch bei der
Prüfungsvorbereitung profitiere man davon, Vorlesungen erneut ansehen zu
können. Außerdem machen sich "Who the F*uck is Herbert" dafür stark,
dass die Hochschulen zu jedem Vollzeitstudium auch ein Teilzeit- bzw.
berufsbegleitendes Studium anbieten. Dazu passend soll auch das
Kinderbetreuungsangebot in Campusnähe ausgebaut werden.
Julian Gredinger hat Erfahrung mit dem Teilzeit-Studieren
Mit dem
Teilzeit-Studieren hat Spitzenkandidat Julian Gredinger (30) nach
eigenen Angaben selbst Erfahrung. Nach dem Uni-Bachelorstudium
Humanbiologie habe er an der Fachhochschule Wiener Neustadt berufsbegleitend einen Master in Biomedizintechnik abgeschlossen, derzeit studiere er an der Uni Wien
das Masterstudium Evolutionäre Anthropologie. ÖH-Erfahrung hat er
bisher nicht, kenne aber als Vorsitzender des
Schulgemeinschaftsausschusses im Kolleg Vertretungsarbeit aus der
Praxis.
ÖH für Gredinger in erster Linie ein Dienstleister
Die ÖH versteht Gredinger zwar in erster Linie als
Dienstleister, eine Abschaffung des allgemeinpolitischen Mandats oder
des ÖH-Beitrags fände er trotzdem nicht sinnvoll. Immerhin müsse sich
die ÖH als Standesvertretung der Studierenden auch abseits von
Servicethemen positionieren. Seine Liste stehe dabei eher für
progressive Politik. Als Wahlziel gibt Gredinger ein Mandat in der
Bundesvertretung aus, auch wenn das in einem Wahlkampf als unbekannte
Gruppe ohne finanzielle Unterstützung nicht einfach werde.
Schlussendlich gehe es aber ohnehin um Aufmerksamkeit für die Themen,
die der Liste wichtig seien. "Wenn wir jemand anderen inspirieren, das
umzusetzen - auch gut."
Stärkste Fraktion in der ÖH momentan VSStÖ
Stärkste Fraktion in der in der
55-köpfigen ÖH-Bundesvertretung ist derzeit der Verband Sozialistischer
StudentInnen (VSStÖ) mit 14 Mandaten. Es folgen die Grünen und
Alternativen StudentInnen (GRAS) sowie die ÖVP-nahe AktionsGemeinschaft
(AG) mit je zwölf Sitzen, Fachschaftslisten (FLÖ) und Junge Liberale
Studierende (JUNOS) kommen auf sechs Mandate. Zwei konkurrierende
Kommunistische StudentInnenverbände (KSV LiLi bzw. KSV Kommunistische
Jugend/KJÖ) haben je zwei Mandate, über den letzten Sitz verfügt der
Ring Freiheitlicher Studenten (RFS). Die Wahlbeteiligung lag 2021 - wohl
auch bedingt durch die coronabedingt schwach besuchten Hochschulen -
bei historisch geringen 16 Prozent.