Die Sozialreferenten von Wien, Oberösterreich und der Steiermark machen in einem Offenen Brief an Sozialminister Johannes Rauch ihrem Unmut über die neue Regelung zur Persönlichen Assistenz Luft.
Konkret geht es darum, dass nur mehr fixe Dienstverhältnisse gefördert werden sollen. Die Beschäftigten würden aber an den freien Dienstverträge festhalten wollen, argumentieren Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP/OÖ), Doris Kampus (SPÖ/Steiermark) und Peter Hacker (SPÖ/Wien).
Die drei Politiker beziehen sich u.a. auf eine Umfrage der Persönliche Assistenz GmbH, des größten Anbieters in Oberösterreich: Diese habe ergeben, dass über 80 Prozent der Beschäftigten bei einer Umstellung auf ein fixes Dienstverhältnis ihre Tätigkeit beenden wollen. Man ersuche den Minister daher, "auch den freien Dienstvertrag in die bundesweiten Richtlinien zur Vereinheitlichung der persönlichen Assistenz aufzunehmen. Die Einhaltung arbeits- und sozialversicherungsrechtlicher Vorschriften ist uns dabei ein sehr wichtiges Anliegen. Auch angesichts des Mangels an Arbeitskräften in der Pflege und Betreuung sollten wir hier aber möglichst frei und flexibel agieren können."
Auch
wundere man sich, dass den präsentierten Richtlinien keine Gespräche auf
politischer Ebene vorangegangen seien und sich "unsere Argumente in
keiner Weise wiederfinden", heißt es in dem Brief. Man sei "enttäuscht,
dass es nicht gelungen ist, eine Richtlinie zu erarbeiten, die
bestehende und gut funktionierende Systeme der Persönlichen Assistenz
aus den Bundesländern integriert". Zudem stößt es den dreien sauer auf,
dass ein Pilotprojekt "ausschließlich in Bundesländern mit (ehemals)
grüner Regierungsbeteiligung durchgeführt wird" (Salzburg, Tirol und
Vorarlberg, Anm.).