Am Dienstag kündigten Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) und Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) in der "ZiB" an, dass sie eine neue Sicherheitsstrategie ausarbeiten wollen.
Experten haben seit langem eine Adaptierung der zehn Jahre alten Sicherheitsdoktrin gefordert. Angesichts des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine will die ÖVP-Grün-Koalition dies nun angehen. Noch in dieser Legislaturperiode soll die neue Sicherheitsstrategie vom Parlament abgesegnet werden.
Die Neutralität werde auch in Zukunft wesentlicher Bestandteil der Sicherheitsdoktrin bleiben, versicherte die Regierungsspitze - am Tag des NATO-Beitritts Finnlands. Innerhalb der EU habe sie zwar weniger Bedeutung, aber außerhalb Europas sei sie sehr wichtig für die Rolle als "Mittler", erklärte Nehammer. Es gelte, die Neutralität weiter zu entwickeln, damit Österreich in guter Traditionen einen solchen Beitrag leisten kann, ergänzte Kogler.
Mit der neuen Sicherheitsstrategie
reagiere man darauf, dass die Bedrohungslage mittlerweile "hybrider,
vielfältiger" geworden sei. Strategische Landesverteidigung, aber auch
die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit sollen in der neuen Doktrin
abgebildet werden, erläuterte der Kanzler. Dem grünen Vizekanzler ist
die Frage der Energie- und Wirtschaftswende - mit Blick auf Rohstoffe
und Energiemärkte - angesichts der Russland-Erfahrungen wichtig. Diese
wären ein wesentlicher Beitrag zu mehr Sicherheit, Freiheit und
Unabhängigkeit, betonte er.
Die geltende Sicherheitsstrategie hat
der Nationalrat - auf Basis einer Regierungsvorlage - mit den Stimmen
von SPÖ, ÖVP, FPÖ und Team Stronach am 3. Juli 2013 (in Form einer
Entschließung) beschlossen.