Haushalte müssen aufgrund der anhaltenden Teuerung auch für Nahrungsmittel immer tiefer in die Tasche greifen.
Laut Statistik Austria stiegen die Lebensmittelpreise im Jahresabstand zuletzt um gut 16 Prozent und lagen damit im Februar deutlich über der Inflationsrate von 10,9 Prozent. Um Abhilfe zu schaffen, schlägt das gewerkschaftsnahe Momentum Institut eine Mehrwertsteuersenkung auf Grundnahrungsmittel vor.
Einkommensarme Haushalte müssen einen größeren Teil ihres verfügbaren Geldes zur Deckung ihrer Grundbedürfnisse und somit auch für Lebensmittel ausgeben, heißt es in einer Aussendung des Momentum Instituts am Freitag. Während andere Ausgaben, etwa für einen Restaurant- oder Friseurbesuch gänzlich eingespart werden können, ist das bei Lebensmitteln nur schwer möglich. Die Preise für Grundnahrungsmittel wie Milch, Käse und Eier sind laut Statistik Austria im Februar um mehr als 20 Prozent, 27 Prozent bzw. 16 Prozent in die Höhe geschnellt. Gemüse verteuerte sich im Jahresabstand um mehr als 16 Prozent.
Nach Berechnungen des Momentum Instituts könnte die
Aussetzung der Mehrwertsteuer auf bestimmte Grundnahrungsmittel die
heimischen Haushalte "gezielt" entlasten. So würde ein
Einpersonenhaushalt durch die Maßnahme um 135 Euro pro Jahr entlastet.
Zwei Erwachsene sparten 203 Euro, ein Alleinerziehender 175 Euro, und
eine Familie mit zwei Kindern 284 Euro. In Relation zum Jahreseinkommen
sei die Entlastung bei den Einkommensärmsten mit 1,2 Prozent am größten,
während sie im reichsten Fünftel mit 0,3 Prozent am geringsten sei.
Die
Mehrwertsteuersenkung würde den Staat auf ein Jahr gerechnet rund 615
Mio. Euro an entgangenen Steuereinnahmen kosten, heißt es in der
Aussendung. Zur Gegenfinanzierung empfiehlt das Momentum Institut die
Körperschaftsteuer für Unternehmen wieder auf 25 Prozent anzuheben.
Aktuell liegt diese bei 24 Prozent, ab 2024 bei 23 Prozent.
Der
Anstieg der Lebensmittelpreise ist unter anderem auf die hohen
Energiepreise und die gestiegenen Kosten der Anbieter zurückzuführen,
die sie nach Möglichkeit an ihre Kundinnen und Kunden weitergeben.
Untersuchungen des Momentum Instituts deuten aber darauf hin, dass
manche Unternehmen über die gestiegenen Kosten hinaus an der
Preisschraube gedreht haben, um ihre Gewinnmargen zu erhöhen. Auch die
Bundeswettbewerbsbehörde nimmt seit Herbst 2022 die Lebensmittelbranche
verstärkt unter die Lupe.