Es wurden signifikante regionale Unterschiede am Immobilienmarkt durch eine aktuelle Studie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) festgestellt. Besonders wo wenig verdient wird, seien Immobilien besonders teuer.
Die Entwicklung der Bodenpreise hat sich in vielen Regionen von der Einkommensdynamik entkoppelt. Die Preise sind demnach überwiegend dort gestiegen, wo es nur zu einer unterdurchschnittlichen Lohnentwicklung gekommen ist, so die Wissenschafter. Untersucht wurde der Zeitraum 2000 bis 2018.
"In manchen Regionen sind die Immobilienpreise der Einkommensentwicklung davongelaufen, vor allem in den größeren Städten", so Robert Musil vom Institut für Stadt- und Regionalforschung der ÖAW. So zählten die Städte Wien, Graz, Salzburg und Innsbruck zu jenen Regionen, in denen die Bodenpreise überdurchschnittlich und die Löhne unterdurchschnittlich gewachsen sind. Anders in Salzburg-Umgebung, Urfahr-Umgebung und Tulln: Hier hätten sich sowohl die Preise als auch das Einkommen überdurchschnittlich entwickelt. Stagnierende Preise wie Löhne verzeichneten die Forscher in Wels und Mödling, während sich in Klagenfurt-Land und Villach die Bodenpreise und die Gehälter über dem Durchschnitt befunden hätten.
Dahinter vermuten die Studienautoren
ein strukturelles Problem der urbanen Arbeitsmärkte mit einem starken
Dienstleistungssektor. Dieser sei durch einen hohen Anteil an
Beschäftigten mit niedrigen Löhnen gekennzeichnet. Die Forscher
plädieren deswegen dafür, dass die Debatte um leistbares Wohnen nicht
nur aus der Perspektive des Wohnungsmarktes, sondern auch aus jener des
regionalen Arbeitsmarktes geführt werden müsse.