Im abgelaufenen Jahr hat der Zoll deutlich mehr gefälschte Medikamente aufgegriffen, in Summe waren es über 830.000.
Der Anstieg gegenüber 2021 beträgt 150 Prozent, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Produktpirateriebericht 2022 hervorgeht. Auch bei Spielzeug zogen die Beamtinnen und Beamten 1.400 Produktfälschungen aus dem Verkehr, diese kommen meist aus Asien und seien oft umwelt- und gesundheitsgefährdend.
Um die Waren nach Österreich zu schmuggeln, war im Vorjahr rund ein Viertel der aufgegriffenen Artikel als Hilfslieferungen für die Ukraine deklariert.
Klassische
Produktfälschungen betreffen oft Markenkleidung, Schuhe, Sonnenbrillen,
Handtaschen, Uhren, aber auch Mobiltelefone. Solche Fälschungen werden
meist über das Internet verkauft und per Post verschickt, was das
Aufspüren für die Zöllnerinnen und Zöllner erschwert.
Spitzenreiter bei den vom Zoll
aufgegriffenen Arzneiwaren und Gesundheitspräparaten waren Potenzmittel
sowie fruchtbarkeitsfördernde Produkte, gefolgt von Schlaf- und
Beruhigungsmitteln, schmerz- und entzündungshemmenden Medikamenten.
Anfang Dezember 2022
etwa stoppte das Zollteam am Wiener Flughafen eine Frachtsendung mit
drei Tonnen Potenzmittel, die aus Indien via Frankfurt mit dem Lkw nach
Wien geliefert worden war.
Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) warnte, durch minderwertig gefälschte Medikamente seien das Leben von Konsumentinnen und Konsumenten erheblich gefährdet.