Derzeit sind über 600 Frauen beim Bundesheer im Dienst, vor 25 Jahren rückten die ersten Soldatinnen ein. Drei Frauen erzählen von ihren Aufgaben.
Vor 25 Jahren - am 1. April 1998 - rückten die ersten Frauen zum Österreichischen Bundesheer ein. Derzeit gibt es österreichweit 645 Soldatinnen, davon 612 in einem Dienstverhältnis, 29 in Ausbildung und vier im Auslandseinsatz. "Wir sind immer noch in einer Männerdomäne, der Anteil der Frauen beim Bundesheer beträgt vier Prozent", sagte Major Andrea Linauer am Dienstag bei einem Pressetermin in der Schwarzenbergkaserne in Wals.
Linauer, die als Technikerin beim Kommando Luftraumüberwachung tätig ist, war 2003 unter den ersten Soldatinnen, die als Offizier an der Theresianischen Militärakademie ausgemustert wurden. Am Anfang sei man als Frau oft mit der Frage konfrontiert gewesen, ob man die Anforderungen beim Bundesheer körperlich schaffe, erzählt sie. Dieses Thema habe sich erledigt, heute werde den Soldatinnen das gleiche zugetraut wie den Soldaten. Aber überall dort, wo Frauen Neuland betreten - beispielsweise in den höheren Führungsebenen -, müssten sie sich erst beweisen, sagt Linauer, die 2005/2006 ein Jahr im Auslandseinsatz am Golan war. Sie schätzt die Abwechslung und die vielfältigen Karrieremöglichkeiten beim Bundesheer, engagiert sich in Salzburg als Gleichbehandlungsbeauftragte und unterstützt mit einem Mentoring junge Kameradinnen. Und sie weiß aus Erfahrung: "Diverse Teams funktionieren einfach besser."
Seit Juni 2020 ist Sarah Horner
als Funkerin beim Bundesheer. Ihr Dienstgrad ist Korporal, sie arbeitet
beim Führungsunterstützungsbataillon 2. Auch sie mag die Abwechslung:
"Man weiß nie, was einen am nächsten Tag erwartet." Ihr Ziel ist es,
Wirtschaftsunteroffizier zu werden. Ihre Kollegin Wachtmeister Nadine
Gspurning hat sich 2015 bewusst für einen Beruf entschieden, der nicht
als typisch weiblich gilt. Ihren Schritt habe sie nie bereut, auch wenn
es nicht immer einfach gewesen sei. Sie arbeitet als
Wirtschaftsunteroffizier beim Jägerbataillon 8, ihr nächstes Ziel ist
die Ausbildung zum Stabsunteroffizier.
Familiär vorbelastet ist
Gefreite Carola Haslinger. Schon ihr Vater war bei der Militärmusik,
einen Weg, den sie vor eineinhalb Jahren auch selbst eingeschlagen hat.
Sie spielt Klarinette und Bassklarinette. Man müsse
Durchsetzungsvermögen haben und körperlich fit sein, sagte Haslinger.
Und sie ist sich sicher: "Ich würde gerne bei der Militärmusik bleiben."
Mittlerweile
arbeiten Frauen beim Bundesheer in allen Funktionen und
Waffengattungen: Von der Militärpilotin, Militärseelsorgerin bis hin zur
Panzerkommandantin, Ärztin oder Technikerin. Es gibt 83 weibliche
Offiziere, zwei davon haben mit dem Dienstgrad Brigadier den
Generalsrang erreicht.